Israel erklärt Südlibanon zur Kampfzone – Massives Evakuierungsgebot
Die israelische Armee hat weite Teile des Südlibanons zur "Kampfzone" erklärt und fordert die Bevölkerung auf, sich in den Norden zu begeben. Trotz vereinbarter Waffenruhe spitzt sich die Lage dramatisch zu.
Das israelische Militär hat angekündigt, große Gebiete südlich des Sahrani-Flusses – etwa 40 Kilometer nördlich der Grenze – als Kampfzone zu behandeln. In einer auf Arabisch verbreiteten Videobotschaft forderte ein Armeeesprecher die Einwohner dazu auf, sich in sichere Gebiete nordwärts zu evakuieren. Gleichzeitig warnte er die Bevölkerung, sich von Hisbollah-Positionen fernzuhalten, und kündigte entschiedenes Vorgehen gegen die Miliz an.
Die Evakuierungsaufrufe haben zu Massenfluchtbewegungen geführt. Besonders die Küstenstädte Tyrus und Nabatija wurden zuvor bereits genannt. Nach Angaben von Augenzeugen bildeten sich auf den Straßen zur Hauptstadt Beirut lange Staus, als Tausende von Menschen in Panik northwärts drängten.
Die Ankündigungen des Militärs markieren eine weitere Eskalation. Obwohl Israel und der Libanon eine Waffenruhe vereinbart hatten, setzen sich die bewaffneten Auseinandersetzungen mit der proiranischen Hisbollah fort. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit März mehr als 3.200 Menschen getötet und fast 10.000 verletzt.