Südkorea: Ex-Präsident Yoon wegen Nordkorea-Provokationen angeklagt
Die südkoreanische Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Präsidenten Yoon Suk-yeol vor, bewusst Konflikte mit Nordkorea geschürt zu haben. Dies soll die Verhängung des umstrittenen Kriegsrechts rechtfertigen.
Der ehemalige südkoreanische Präsident Yoon Suk-yeol muss sich neuen schwerwiegenden Vorwürfen stellen. Die Sonderstaatsanwaltschaft klagt ihn wegen Amtsmissbrauchs und der Unterstützung eines feindlichen Staates an. Nach Angaben der Ermittler soll Yoon gezielt militärische Spannungen mit Nordkorea provoziert haben, um die umstrittene Kriegsrecht-Erklärung vom Dezember zu rechtfertigen.
Belege dafür sollen sich auf dem Handy eines Militärangehörigen finden – dort wurden Hinweise auf geplante Drohnenoperationen und Präzisionsschläge gegen Nordkorea entdeckt. Neben Yoon sind auch der damalige Verteidigungsminister Kim Yong-hyun und der frühere Chef des Militärgeheimdienstes Yeo In-hyung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Angeklagten, eine verdeckte Operation im Norden angeordnet zu haben.
Yoon war im vergangenen Dezember in einem Haushaltsstreit vorgegangen und hatte überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Dies führte zu einer schweren Staatskrise. Das Verfassungsgericht entsetzte ihn daraufhin seines Amtes. Yoon und Kim bestreiten, das Kriegsrecht zum Schaden Südkoreas verhängt zu haben.