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Bergführer rettet Baby von Tatra-Gipfel

29. Oktober 2025· Katharina Vogt

Ein litauisches Paar brachte seinen neun Monate alten Säugling unter gefährlichen Bedingungen auf Polens höchsten Berg. Ein Bergführer musste eingreifen – weil die Eltern eine Rettungsaktion ablehnten.

Auf dem Rysy in der Hohen Tatra ereignete sich Mitte Oktober eine brenzlige Situation: Ein litauisches Ehepaar versuchte, mit seinem Säugling in einer Trage auf den 2.500 Meter hohen Berg zu klettern. Die Bedingungen waren extrem schwierig – Eis und Schnee bedeckten die Wege, die Sicht war schlecht. Bergführer und Hüttenpersonal warnten die Familie vergeblich vor dem Aufstieg.

Oben am Gipfel angekommen, realisierten die Eltern, dass sie nicht sicher hinunterkommen konnten. Der Bergführer Szymon Stoch bot an, die Bergwacht zu alarmieren. Doch die Eltern weigerten sich – eine Rettung hätten sie nicht versichert. Stattdessen bat der Vater um Steigeisen für den Abstieg. Stoch lehnte ab und entschied sich kurzerhand, den Säugling selbst zu sicheren Ort zu bringen, während die Eltern eigenverantwortlich hinuntergingen.

Das Video der Aktion löste in sozialen Medien Empörung aus. Der umsichtige Bergführer wurde hingegen für seine Selbstlosigkeit gelobt. Rechtliche Konsequenzen drohten dem Paar nicht – die polnische Polizei erklärte, da der Aufstieg von der slowakischen Seite erfolgte, nicht in ihrer Zuständigkeit zu liegen.

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