Vishing-Wettbewerb zeigt: Telefonbetrug funktioniert auch bei Großkonzernen
Auf der Hackerkonferenz Def Con in Las Vegas traten Social-Engineering-Experten an, um Mitarbeiter von Fortune-500-Unternehmen per Telefon zu täuschen. Die Erfolgsquote ist erschreckend hoch.
Beim jährlichen Vishing-Wettbewerb auf der Def Con zeigen Profis, wie einfach es ist, sensible Informationen aus Mitarbeitern herauszukitzeln. Die Angreifer geben sich am Telefon als IT-Support oder externe Berater aus und bitten um scheinbar harmlose Daten. Ob Homeoffice-Status, verwendete Sicherheitssoftware oder Zugangsmechanismen – viele Angestellte plaudern diese Details bereitwillig aus, obwohl ihre Firmen regelmäßig Schulungen durchführen.
Die gründliche Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg. Teams recherchieren vorher intensiv über öffentlich verfügbare Informationen, sammeln Telefonnummern und entwickeln maßgeschneiderte Geschichten – sogenannte Pretexts – die perfekt zur jeweiligen Firma passen. Mit Hintergrundgeräuschen und überzeugenden Details wirken die Anrufe authentisch. Etwa 70 Prozent der Gespräche führen zu wertvollen Informationen, während nur 30 Prozent scheitern.
Eine bemerkenswerte Entwicklung: Künstliche Intelligenz spielt zunehmend eine Rolle. Im sogenannten Battle of the Bots führten automatisierte Agenten eigenständig Anrufe durch – teilweise sogar erfolgreich. Das zeigt: Die Gefahr durch telefonische Betrügereien wächst. Experten warnen deshalb, dass die Anrufer-ID nicht als Sicherheitsmerkmal taugt und dass auch Sprachnachrichten von vermeintlichen Vorgesetzten manipulierbar sind.