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Der Kehl-Krimi: Wie Hoeneß eine öffentliche Entschuldigung erzwang

28. Dezember 2025· Carolin Hausmann

2001/02 eskalierte ein Transferstreit zwischen Bayern und Dortmund um Sebastian Kehl. Während die Bayern auf einen Handschlag-Vertrag pochten, zog es den Mittelfeldspieler zum BVB. Am Ende musste sich Kehl öffentlich entschuldigen.

Weihnachten 2001 war für den FC Bayern und Borussia Dortmund alles andere als besinnlich. Im Zentrum des Disputs: Der 21-jährige Sebastian Kehl vom SC Freiburg. Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte verkündet, dass sich Kehl bereits zur Süddevisen verpflichtet habe – sogar mit einem Handgeld von 1,5 Millionen Mark. Kehl bestritt das entschieden und favorisierte stattdessen einen Wechsel nach Dortmund.

Der Konflikt wurde zunehmend persönlich. Hoeneß warf Kehl mangelnden Charakter vor und drohte mit Klagen. Dortmunds Manager Michael Meier hingegen wies auf ein fehlendes schriftliches Vertragswerk hin – ohne unterschriebene Papiere, argumentierte er, gebe es keine bindende Vereinbarung. Die Bayern hätten sich zudem nach eigenem Regelwerk falsch verhalten, indem sie dem Spieler vor Vertragsende Geld überwiesen.

Nach zähen Verhandlungen kam es Anfang Januar 2002 zu einem Durchbruch. Kehl unterzeichnete bei Dortmund, musste sich aber öffentlich entschuldigen. In einer DFL-Pressemitteilung gab er zu, dass die Bayern von einer verbindlichen Zusage ausgehen konnten, und bedauerte seine Entscheidung. Bayern verzichtete darauf, eine Ablösesumme zu fordern, und die Klagen wurden fallengelassen. Kehl entwickelte sich beim BVB zu einer Klublegende und wurde später sogar Sportdirektor.

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