Französischer Notenbankchef warnt vor Schuldenerlass-Versprechen
Der Präsidentschaftskandidat der Linken plant einen radikalen Schuldenschnitt. Der Chef der französischen Notenbank lehnt diesen Plan kategorisch ab.
Im französischen Wahlkampf sorgt ein ambitioniertes Versprechen für Konflikte: Der linke Kandidat für das Präsidentenamt will eine Tilgung von 18 Prozent der französischen Staatsschulden durchsetzen. Ein Vorstoß, der erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen hätte – und auf entschiedenen Widerstand stößt.
Emmanuel Moulin, Gouverneur der französischen Notenbank, lehnt diesen Plan entschieden ab. Denn umgesetzt würde das Wahlversprechen letztlich seine Institution betreffen. Die Notenbank müsste als Gläubigerin des französischen Staates erhebliche Verluste hinnehmen und damit auch massiv in ihren Funktionsfähigkeitsbereich eingegriffen werden.
Der Streit zeigt die Spannungen zwischen populären Wahlversprechungen und den Realitäten der Finanzpolitik: Während Schuldenerleichterung für überschuldete Bürger verlockend klingt, warnen Finanzexperten vor den Folgen für Währungsstabilität und Kreditwürdigkeit Frankreichs.