Paradox am Immobilienmarkt: Grundstücke werden billiger, Häuser nicht
Während Bodenrichtwerte in gehobenen Wohnlagen sinken, bleiben Immobilienpreise stabil. Experten erklären dieses scheinbare Paradox und was das für Käufer bedeutet.
Ein rätselhaftes Phänomen beschäftigt derzeit Immobilienexperten: In vielen wohlhabenden Stadtteilen und Gegenden fallen die offiziellen Bodenrichtwerte, die von Gutachterausschüssen festgestellt werden. Doch für die Kaufpreise von Häusern und Wohnungen hat dies kaum Auswirkungen.
Der Grund liegt in der Komplexität des Immobilienmarktes. Der reine Grundstückswert macht bei Neubauten zwar einen bedeutsamen Kostenfaktor aus, bei bestehenden Gebäuden jedoch deutlich weniger. Hier spielen die Immobilie selbst, ihre Ausstattung, das Alter und Sanierungsbedarf eine viel größere Rolle für die Preisgestaltung als der Untergrund, auf dem sie steht.
Besonders in teuren Gegenden wirken sich sinkende Bodenrichtwerte deshalb nur begrenzt auf die Gesamtpreise aus. Für Käufer und Verkäufer ist es daher wichtig zu verstehen, dass fallende Grundstückspreise nicht automatisch zu günstigeren Immobilien führen – die jeweilige Liegenschaft selbst bleibt der Preistreiber.