Russische Zentralbank senkt Leitzins trotz Inflationsdruck

Anschläge auf Raffinerien treiben die Spritpreise in die Höhe. Die Notenbank versucht dennoch, die Konjunktur anzukurbeln – ein riskantes Spiel mit der Inflation.
Die russische Zentralbank hat erneut an der Zinsschraube gedreht, um die lahme Wirtschaft zu beleben. Doch der Spielraum wird enger: Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien machen Benzin und Diesel deutlich teurer.
Seit Jahresbeginn sind die Spritpreise um etwa ein Sechstel gestiegen. Diese Entwicklung dürfte den Inflationsdruck weiter verschärfen – Experten rechnen mit einer Teuerungsrate von über sechs Prozent. Die Notenbank muss damit rechnen, dass ihre expansive Geldpolitik zu einer zusätzlichen Preissteigerung führt.
Die Zentralbank befindet sich in einem Dilemma: Höhere Zinsen würden Unternehmen und Verbraucher belasten, niedrigere Zinsen aber die Inflation anheizen. Mit ihrer Strategie setzt Moskau vorerst auf wirtschaftliche Belebung – ein Ansatz, der die Teuerung mittelfristig verschärfen könnte.