Marius Borg Høibys neues Gefängnis war einst ein Konzentrationslager
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HAKON MOSVOLD LARSEN / NTB / AFP via Getty Images
Marius Borg Høiby muss vier Jahre in Haft. Da sein bisheriges Gefängnis abgerissen wird, wird er nach Ila verlegt, das eine bewegte Vergangenheit hat.
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Mette-Marit und Co. brauchen 25 Minuten zu Marius‘ neuem Gefängnis
Vom königlichen Schloss in Oslo bis zu Marius‘ neuem Aufenthaltsort für die nächsten vier Jahre sind es knappe 25 Autominuten. Besuche der Familie sollten also trotz der Verlegung weiterhin möglich sein. Und doch wirkt das zweite Gefängnis, das Marius bereits bezogen haben soll, etwas bedrohlicher. Zumindest, wenn man sich die Historie der Anstalt genauer anschaut. Und auch der Ruf, der ihr nachgeht, ist besonders hart.
Denn Ila war, bevor es zum Hochsicherheitsgefängnis für Strafgefangene aus ganz Norwegen wurde, einst ein Konzentrationslager. Davon ist heute nichts mehr übrig.
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Haftanstalt Ila liegt im Wald und wurde einst schwer kritisiert
Das Gefängnis bietet laut Website in insgesamt 12 Abteilungen Platz für 124 Insassen. 230 Mitarbeiter kümmern sich um die Häftlinge. Gelegen ist das Gebäude mitten im Wald, die Gefangenen können die hauseigene Nähstube, die Tischlerei oder die Werkstatt nutzen oder sich in Turnhalle, Bibliothek und Musikraum austoben. Sonntags bietet die Kapelle – die von einem russischen Insassen und Künstler gestaltet wurde – einen Gottesdienst, in einem Geschäft können Marius und Co. mit einer eigenen Bankkarte Einkäufe durchführen. Es stehen zudem verschiedene Programme zur Wiedereingliederung zur Verfügung, die auf das Leben nach der Haft vorbereiten sollen.
Auch, wenn diese Optionen recht vielfältig klingen, erntete Ila einst Kritik von der norwegischen Petitionsstelle Sivilombudet, die als Kontrollorgan fungiert. Nur wenige Zellen sollen zur Zeit der Begutachtung im Jahr 2017 Duschen oder Toiletten beinhaltet haben, sodass Mülleimer und Waschbecken teils zweckentfremdet worden sein sollen, heißt es bei „sivilombudet.no”.
Marius Borg Høibys Unterkunft war damals ein Konzentrationslager
Doch zurück zur teils grausamen Geschichte von Ila. Erbaut wurde das Gebäude zwischen 1937 und 1940, eigentlich war es damals als Frauengefängnis vorgesehen. Die Nationalsozialisten besetzten zu dieser Zeit allerdings auch Norwegen und machten Ila zum Konzentrationslager (Polizeihäftlingslager Grini) für ihre politischen Gegner. Knapp 20.000 Gefangene wurden dort insgesamt festgehalten, davon bis zu 5.000 Personen zur gleichen Zeit.
Herberge für Norwegens gefährlichste Straftäter
Mit Kriegsende wurde das heutige Ila zunächst unter dem Namen „Ilebu” zum Gefängnis für Hochverräter umfunktioniert, bis auch diese 1950 geschlossen wurde. 1952 eröffnete die „Ila landsfengsel og sikringsanstalt” dann neu. Seit 2011 ist es unter dem Namen „Ila Prison and Detention Center” bekannt und beherbergte bereits die gefährlichsten Straftäter Norwegens, unter anderem den Attentäter Anders Behring Breivik, der 2011 77 Menschen getötet hatte.
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Besuchszeiten sind strikt begrenzt
Sollten Haakon, Mama Mette-Marit oder Marius‘ Halbgeschwister ihn in Ila besuchen wollen, ist dies Montag, Donnerstag und am Wochenende zu streng abgesteckten Besuchszeiten möglich. Dabei treffen der Häftling und seine Besucher sich entweder in einem Raum, der von einem Mitarbeiter abgehört oder durch eine Glaswand beobachtet wird oder sie sitzen einander vor einer Glasscheibe gegenüber, sodass sie keinen Raum teilen.
Marius Borg Høiby wurde am Montag (15. Juni) zu insgesamt vier Jahren Haft verurteilt. Hier im Überblick findet ihr noch einmal die wichtigsten Punkte, die Mette-Marits Sohn im Prozess vorgeworfen wurden und wie das Gericht entschieden hat:
- Vier Vorwürfe der Vergewaltigung: Marius plädierte auf nicht schuldig, das Gericht befindet ihn in zwei Fällen für schuldig, in zwei anderen Fällen, darunter Vergewaltigung mit Geschlechtsverkehr, wird er freigesprochen
- Schwere Körperverletztung: Marius bekannte sich teilweise schuldig, Gericht befindet ihn im Fall der Frogner-Frau schuldig
- Körperverletzung: Marius‘ Aussagen waren widersprüchlich, Gericht befindet ihn im Falle der Frogner-Frau und Nora Haukland schuldig
- Missbrauch in engen Beziehungen: Marius bekannte sich nicht schuldig, Gericht befindet ihn schuldig
- Bedrohung: Marius und seine Verteidigung plädierten auf nicht schuldig, Gericht befindet ihn schuldig
- Rücksichtsloses Verhalten und Hausfriedensbruch: Marius hat sich zu einzelnen Aspekten bekannt, Gericht befindet ihn schuldig
- Beschädigung und Zerstörung fremden Eigentums (Beispiel: Tür/Wand seiner Ex, Handy seiner Ex): Marius lieferte keine eindeutige Antwort, Gericht befindet ihn schuldig
- Sexuell übergriffiges Verhalten in sechs Fällen: Marius bekannte sich im Prozess eines Falles schuldig, Gericht befindet ihn schuldig
- Verstoß gegen das Kontaktverbot: Marius hat sich teilweise schuldig bekannt, Gericht befindet ihm Fall der Frogner-Frau schuldig



