Amanda Seyfried: Stark ist, wer zugibt, dass er jemanden braucht

Amanda Seyfried: Stark ist, wer zugibt, dass er jemanden braucht
Hollywood-Star im Interview

Amanda Seyfried: Stark ist, wer zugibt, dass er jemanden braucht

BUNTE Magazin

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von BUNTE Magazin

09.03.2026, 19:37 Uhr

09. März 2026 um 19:37 Uhr

Ein Leben zwischen Leinwand und Bauernhof – Schauspielerin Amanda Seyfried verrät in BUNTE, wie ihre Kinder sie verändert haben.

Schauspielerin Amanda Seyfried (40) („Mamma Mia“) hat früh gelernt, sich im Rampenlicht zu behaupten. Wie ihr eine Therapie half, mit ihren Ängsten umzugehen, und warum sich Mut für sie oftmals sehr „leise“ anfühlt, erzählt sie in BUNTE.

Seit 2017 verheiratet: Amanda Seyfried und ihr Mann Thomas Sadoski bei einem Event in New York 2024.

Seit 2017 verheiratet: Amanda Seyfried und ihr Mann Thomas Sadoski bei einem Event in New York 2024. Bruce Glikas/Getty Images

Amanda Seyfried über die Arbeit mit ihrem Mann & ihren Beschützerinstinkt

BUNTE: Die Dreharbeiten zu ‚The Testament of Ann Lee‘ haben Ihnen viel abverlangt. Was haben Sie am Set gelernt?

Amanda Seyfried: Dass Vertrauen wichtiger ist als alles andere. Wenn man mit Menschen arbeitet, denen man vertraut, wird alles leichter. Das Leben ist zu kurz, um nicht mit Menschen zu arbeiten, die man mag.

Ist das auch das Geheimnis für die Arbeit mit Ihrem Ehemann?

Ja, genau deshalb funktioniert es. Mit ihm bin ich entspannter. Ich weiß, dass er mich auffängt, wenn ich unsicher bin. Und ich weiß einfach, dass er ehrlich ist. Natürlich ist es auch mal herausfordernd, gerade weil wir uns so gut kennen. Aber am Ende ist da dieses Grundgefühl: Ich bin nicht alleine. Und das verändert alles. 

Würden Sie sagen, dass Sie in Beziehungen die Beschützerin sind?

Absolut! Ich habe einen starken Beschützerinstinkt. Wenn ich jemanden liebe, dann will ich ihn sicher wissen.

Gab es Momente in Ihrem Leben, in denen Sie an sich gezweifelt haben?

Oh ja. Ich leide unter starkem Lampenfieber. Deshalb habe ich lange kein Theater gespielt. Ich hatte regelrechte Panik. Als ich Off-Broadway debütierte, war das die größte Herausforderung meines Lebens. Ich musste lernen, Angst nicht zu ignorieren. Ich habe eine Therapie gemacht, habe versucht zu verstehen, was diese Panik auslöst. Man darf Angst nicht wegdrücken, man muss sie durcharbeiten. Und ehrlich gesagt: Seitdem fühlt sich mein Leben klarer und wahrer an.

Amanda Seyfried

Amanda Seyfried bei einer Fashion Show in Brooklyn, New York, 2023. Gilbert Flores/WWD via Getty Images

„Seit ich Mutter bin, fühle ich mich noch stärker“

Wie schaffen Sie es, Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen?

99 Prozent der Zeit weiß ich, dass ich mit jeder Situation klarkomme – egal, wie hart sie ist. Ich habe Kinder. Ich muss bereit sein. Warum sollte ich mich also zurückhalten? Manchmal frage ich mich sogar: Warum habe ich überhaupt Angst, sofort mit hundert Prozent da zu sein.

Hat das Muttersein Sie verändert?

Seit ich Mutter bin, fühle ich mich noch stärker. Denn man muss stark sein, wenn man Verantwortung trägt.

Was bedeutet für Sie echte Stärke?

Ich halte mich eigentlich für ziemlich unabhängig. Ich arbeite, ich funktioniere, ich kümmere mich um meine Familie. Aber im Film geht es darum, dass man alleine nicht überlebt. Wir reden oft von Stärke als etwas Individuelles. Aber echte Stärke ist für mich inzwischen eher: zuzugeben, dass man jemanden braucht. Wir alle wollen gesehen werden. Nicht oberflächlich, sondern wirklich gesehen. In unseren Zweifeln. In unseren Schwächen. In dem, was uns antreibt. Und vielleicht ist das die eigentliche Botschaft.

Fällt es Ihnen leicht, mutig zu sein?

Nein. Mut fühlt sich für mich selten heroisch an. Meistens ist er leise. Er bedeutet, zu sagen, was man wirklich denkt. Oder zu bleiben, obwohl man Angst hat.

Wo sich der Hollywood-Star Zuhause fühlt

Aber trotzdem sind Sie schon als Kind ihren eigenen Weg gegangen.

Ich bin in Allentown, Pennsylvania, aufgewachsen. Mit elf bin ich alleine mit dem Bus nach New York gefahren, um zu modeln. Damals habe ich das nicht als mutig empfunden, es war einfach Neugier. Aber wenn man so früh beginnt, sich im Außen zu bewegen, merkt man irgendwann, wie stark der Wunsch nach Bestätigung werden kann. Es ist fast wie eine Krankheit. Man will Likes. Zustimmung. Applaus. Ich schäme mich manchmal, wenn ich Selfies mache. Ich frage mich dann: Warum brauche ich das gerade?

Wo fühlen Sie sich zu Hause? 

Auf meiner Farm im Norden von New York. Ich sehe meine Pferde über die Hügel laufen – das ist mein Paradies. Keine Erwartungen. Keine Rollen. Nur Natur. Das erinnert mich daran, wer ich bin, wenn niemand zuschaut.

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