Arzu Bazman: Die Rolle ihres Lebens

Arzu Bazman: Die Rolle ihres Lebens
„In aller Freundschaft“-Star

Arzu Bazman: Die Rolle ihres Lebens

von Superillu.de

13.02.2026, 10:13 Uhr

13. Februar 2026 um 10:13 Uhr

Schauspielerin Arzu Bazman blickt auf 25 Jahre „In aller Freundschaft“-Zugehörigkeit zurück und verrät, wie es um ihr Privatleben steht.

Am 29. Januar 2001 wirbelte Arzu Bazman (48) das erste Mal als Schwesternschülerin bei „In aller Freundschaft“ („IaF“) über den Bildschirm. Es ist ein Jubiläum, mit dem die Schauspielerin selbst am wenigsten gerechnet hätte. „Dass ich mit der Serie Silberhochzeit feiere, ist unwirklich. Ich werde alt“, sagt sie augenzwinkernd, als wir sie zum Interview treffen. Die Schauspielerin, die vor ihrer TV-Karriere eine Ausbildung zur Arzthelferin absolvierte, spielt seit 25 Jahren in der ARD-Erfolgsserie. In Leipzig, wo die Serie gedreht wird, fühlt sie sich mittlerweile genau so zu Hause wie in ihrer Heimatstadt Berlin.

Das Team von „In aller Freundschaft“ am 18.6.2001, darunter Jutta Kammann (3. v. l.), Dieter Bellmann (4. v. l.), Andrea Kathrin Loewig (M.), Arzu Bazman (2. v. r).

Das Team von „In aller Freundschaft“ am 18.6.2001, darunter Jutta Kammann (3. v. l.), Dieter Bellmann (4. v. l.), Andrea Kathrin Loewig (M.), Arzu Bazman (2. v. r). © Thomas Schulze | dpa Picture-Alliance

Arzu, Sie stehen seit einem Vierteljahrhundert bei „In aller Freundschaft“ vor der Kamera. Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Drehtag?

Ja, sehr genau sogar. Ich kam damals auf dem Drehgelände in Leipzig an, sah Ursula Karusseit, Dieter Bellmann, Thomas Rühmann – das waren alles große Schauspieler mit viel Erfahrung. Und dazwischen stand ich: gerade einmal 22 Jahre, klein, dünn, mit großen Rehaugen. Ich war ungemein aufgeregt, wurde aber direkt willkommen geheißen. Ich bin quasi einer neuen Familie in die Arme gelaufen.

Von welchem Kollegen haben Sie in all den Jahren am meisten gelernt?

Von Ursula „Usch“ Karusseit, die ich sehr vermisse. (Sie starb 2019, Anm. d. Red.) Heute bespreche ich vieles mit Alexa Maria Surholt. Sie ist meine Ratgeberin in allen Lebenslagen.

Das Format läuft seit 28 Jahren – ein Ende ist nicht in Sicht. Können Sie uns das Erfolgsgeheimnis verraten?

Die Serie ist von Anfang an mit der Zeit gegangen und wir erfinden uns immer neu. Wir haben regelmäßig Gast-Schauspieler, es gibt neue feste Rollen – das hält frisch. Was aus meiner Sicht die größte Stärke ist, sind die spannenden Erzählstränge. Die beiden Krimifolgen 2024 waren meine absoluten Höhepunkte. Da habe ich gesehen: Wir können auch das.

Die Darstellerin (2. v. l.) mit Rolf Becker (l., Otto Stein), Alexa Maria Surholt (2. v. r., Sara Marquart) und Hendrikje Fitz (r., Pia Heilmann) in einer Szene von 2015.

Die Darstellerin (2. v. l.) mit Rolf Becker (l., Otto Stein), Alexa Maria Surholt (2. v. r., Sara Marquart) und Hendrikje Fitz (r., Pia Heilmann) in einer Szene von 2015. © Rudolf K. Wernicke | MDR

In 25 Jahren haben Sie mit ihrer „IaF“-Familie viel erlebt. Auch Trauriges…

An einem Jubiläum blickt man auf Begegnungen, Gespräche oder gemeinsame Feste zurück. Es ist viel Schönes passiert, aber tatsächlich auch Trauriges. Wir mussten von vielen Kollegen, darunter Hendrikje Fitz (2016), Dieter Bellmann (2017) oder Rolf Becker (2025) Abschied nehmen. Besonders Hendrikjes Verlust und ihr Umgang mit ihrer Krebserkrankung begleitet das Team und mich bis heute.

Inwiefern?

Zu sehen, wie positiv sie trotz allem war, hat mein Leben verändert. Durch ihren Umgang mit der Krankheit hat Hendrikje, die bis zuletzt gedreht hat, mir die Augen geöffnet und eine Botschaft mitgegeben: „Leb dein Leben, geh deinen Weg und glaub an dich“. Das war ein Wendepunkt. Zudem habe ich von ihr gelernt: „Du bist gut so, wie du bist. Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.“

Mit ihrem Partner Simon, 41, ist Arzu seit zehn Jahren glücklich. Hier 2016 bei der Goldenen Henne in Leipzig, einem ihrer seltenen Auftritte als Paar

Mit ihrem Partner Simon, 41, ist Arzu seit zehn Jahren glücklich. Hier 2016 bei der Goldenen Henne in Leipzig, einem ihrer seltenen Auftritte als Paar. © O. Walterscheid | SuperIllu

In Ihrer Rolle sind Sie mehrfache Mama und verheiratet. Haben Sie privat denn zu Ihrem Partner – und Vater ihres Kindes – Simon schon „Ja!“ gesagt?

Nein. Wir hatten es oft vor und es kam immer was dazwischen: Zuerst war ich schwanger, dann hochschwanger, dann hatte uns Corona im Griff. Anschließend kamen dann andere Dinge, die uns auf Trab hielten.

Liegt der Plan nun auf Eis?

Für uns hat Heiraten keine Priorität mehr, auch wenn ich natürlich gern heiraten würde. Aber gerade denken wir gar nicht mehr dran. Wenn es passiert, dann passiert es – ein Trauschein ändert nichts an unserer Liebe. Wir leben zusammen, haben eine gemeinsame Tochter und ich den besten Partner der Welt. Er weiß, was ich brauche, um glücklich zu sein. Ich habe viele Freiheiten.

Die Berlinerin hat zu ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Derya (r.), die in Frankfurt/Main lebt, einen engen Kontakt. Hier ein Bild von 2008.

Die Berlinerin hat zu ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Derya (r.), die in Frankfurt/Main lebt, einen engen Kontakt. Hier ein Bild von 2008. © Uwe Toelle | SuperIllu

Dazu gehört auch, dass Sie gern und oft reisen…

Ja, das stimmt. Ich liebe es. Letztes Jahr war ich beispielsweise mit meiner Schwester Derya in Japan. Wir haben die Kirschblüte miteinander erlebt und uns damit einen Kindheitstraum erfüllt. Das Reisen verbindet uns. Wir probieren gern neue Gerichte und entdecken gern neue Orte. Auch als Familie verreisen wir regelmäßig. Mit meinem Partner und meiner Tochter war ich Ende letzten Jahres in Thailand. Ich liebe es, meinem Kind die Welt zu zeigen.

Bevorzugen Sie dabei das Luxushotel oder das Zelt?

Zelten habe ich einmal gemacht, das muss ich nicht noch mal haben. (lacht) Dann würde ich eher das Wohnmobil nehmen. Ich brauche im Urlaub keinen Luxus, gebe lieber Geld für gutes Essen und Kultur aus.

Ist Ihr Partner genauso reiseverrückt wie Sie?

Er liebt es, Stadien zu bereisen, sich Fußballspiele anzuschauen. Ich glaube, er war schon überall. Wenn es ums Thema reisen geht, macht er ab und an sein Ding und ich meins.

Ihr großes Glück ist Ihre Tochter Lara, die jetzt sechs Jahre alt ist. Wie hat die Mutterrolle Sie verändert?

Ich habe heute als Mama ein völlig anderes Leben: Ich muss planen, kann nicht mehr lange schlafen. Auch wenn es mich oft herausfordert, ist es wunderschön. Es ist erfüllend, was ich mit meiner Tochter erlebe. Wenn sie im Urlaub schnorchelt, Muscheln sammelt oder versucht andere Sprache zu sprechen, dann bin ich wahnsinnig stolz. Sie ist ein echter Wirbelwind.

Sie waren als Kind Sportgymnastin. Welche Bedeutung hat Sport heute noch für Sie?

Eine große. Ich gehe zwar nicht in die „Muckibude“, aber bewege mich gern, gehe oft spazieren. Der Leistungssport war für mich prägend, was Disziplin und Zusammenhalt angeht. Nur wenn man den Schwächsten mitnimmt und mitzieht, wird man als Team erfolgreich. Das habe ich früh gelernt. Ich sehe das auch bei „In aller Freundschaft“: Wenn es schwierig wird, geht es nur gemeinsam weiter. Und nur so kann etwas Gutes entstehen.

Von Katharina Schnurr

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