Bushido und Anna-Maria wollen noch mehr Kinder: Was steckt dahinter?
Acht Kinder reichen nicht. Zwei Leihmütter sollen folgen. Doch geht es hier um Familienglück – oder um etwas, das Kinder nicht leisten können?
Bushido (47) und seine Frau Anna-Maria Ferchichi (44) denken laut darüber nach, gleich zwei Leihmütter zu engagieren. Noch mehr Nachwuchs. Noch mehr Familie. Noch mehr Leben.
Die Reaktionen darauf schwanken zwischen Bewunderung, Unverständnis, und leiser Irritation. Denn die Frage drängt sich auf: Was treibt ein Paar an, das bereits eine Großfamilie hat, immer weiter zu vergrößern?
Chris Oeuvray ist psychologische Beraterin und Narzissmus-Expertin. In ihren Büchern wie „Du genügst“ zeigt sie Betroffenen toxischer Beziehungen Wege zu Selbstwert, Stärke und einem befreiten Leben. Sie ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen ihre persönliche Auffassung auf Basis ihrer individuellen Expertise dar.
Sind Kinder für Bushido & Anna-Maria Glücksversprechen?
In einer Zeit, in der viele Menschen bewusst kinderlos bleiben oder sich gegen Nachwuchs entscheiden, wirkt der Wunsch nach immer mehr Kindern wie ein Gegenentwurf. Familie als Gegenpol zur Unsicherheit der Welt. Als Halt. Als Sinn.
Kinder geben Struktur. Nähe. Bedeutung. Sie füllen Räume, emotional wie praktisch. Für manche Menschen ist Familie kein Lebensbereich, sondern Lebensinhalt.
Problematisch wird es dort, wo Kinder nicht mehr als eigenständige Persönlichkeiten gedacht werden, sondern als Antwort auf innere Leere. Als Mittel gegen Angst, Einsamkeit oder Beziehungsspannungen.
Gibt es so etwas wie „Child-Hoarding“?
Der Begriff ist nicht medizinisch definiert. Aber psychologisch lässt sich ein Muster beschreiben, das man vorsichtig so nennen könnte: Der Drang, immer mehr Kinder zu bekommen, nicht aus Fürsorge, sondern aus Bedürftigkeit. Mehr Nähe. Mehr Bindung. Mehr Bestätigung. Kinder als emotionaler Puffer. Als Stabilitätsanker. Als Beziehungsklebstoff.
Das ist kein Vorwurf, sondern ein Mechanismus, den man aus anderen Lebensbereichen kennt: Menschen, die sammeln, anhäufen, festhalten, in der Hoffnung, sich dadurch sicherer zu fühlen.
Anna-Maria Ferchichi und Bushidos Kinder als Beziehungenstabilisator?
Öffentlich bekannte Spannungen und Trennungsgerüchte der Vergangenheit werfen eine weitere Frage auf: Kann der Wunsch nach noch mehr Kindern auch der Versuch sein, eine Beziehung zu stabilisieren?
Paare greifen in Krisen gerne zu großen Projekten. Hausbau, Umzug, Hochzeit, oder eben: Nachwuchs. Kinder binden. Sie schaffen gemeinsame Verantwortung. Sie lassen wenig Raum für Distanz. Konflikte werden nicht gelöst, sondern überdeckt, zumindest eine Zeit lang. Das kann funktionieren. Kurzfristig. Langfristig aber verstärkt es bestehende Dynamiken. Gute wie schwierige.

Leihmutterschaft als Kontrollthema
Hinzu kommt ein ethischer Aspekt: Leihmutterschaft ist kein neutraler Akt. Sie berührt Fragen von Körper, Macht, Verantwortung und Grenzen.
Wenn Kinder planbar, bestellbar, terminierbar werden, verändert das die Perspektive auf Elternschaft. Der Wunsch nach Kontrolle über Familienzuwachs kann Ausdruck von Sicherheit sein, oder von Angst vor Kontrollverlust. Gerade bei sehr öffentlichen Paaren verschwimmen dabei private Motive und äußere Wirkung.
Die unbequeme Kernfrage für Bushido und Anna-Maria
Vielleicht geht es gar nicht um Kinder, sondern um das, was sie symbolisieren. Unsterblichkeit, Sinn, Fortsetzung, oder ganz schlicht: das Gefühl, gebraucht zu werden. Viele Kinder zu haben ist kein Problem. Problematisch wird es erst dann, wenn Kinder etwas reparieren sollen, was zwischen Erwachsenen nicht geklärt ist.
Ob das hier zutrifft, wissen nur die Beteiligten selbst. Doch die Diskussion berührt einen wunden Punkt unserer Zeit: die Frage, was Familie leisten soll, und was nicht. Kinder können vieles sein. Aber sie sind kein Pflaster für ungelöste innere Konflikte.
Mehr zu Anna-Maria Ferchichi & Bushido




