Steven Spielberg dreht endlich seinen ersten Western
Nach über 50 Jahren ohne Western arbeitet Spielberg nun an einem Film des klassischen Genres. Er erklärt, warum Science-Fiction für ihn lange Zeit diese Rolle erfüllt hat.
Steven Spielberg wird endlich einen Western drehen. Der 79-jährige Regisseur bestätigte auf dem South by Southwest Festival in Austin, dass ein solcher Film aktuell in Produktion ist. Das ist bemerkenswert, denn in seiner legendären Karriere hat der Filmemacher fast alle großen Genres erobert – von Science-Fiction über Kriegsdramen bis hin zu Abenteuern. Das klassische Western-Format blieb bislang die auffällige Ausnahme.
Warum hat Spielberg sich so lange vom Western ferngehalten? Der Grund ist überraschend: Science-Fiction übernahm für ihn die Funktion des klassischen Westerns. "Für mich ist Science-Fiction meine Art, einen Western zu machen", erklärte er dem Filmmagazin Empire. Spielberg sieht einen Wendepunkt in den 1960er-Jahren, als das Western-Genre aus der Popkultur verschwand. Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" markierte für ihn symbolisch diesen Umbruch. In seinen Meisterwerken wie "Der weiße Hai" oder "E.T." versetzte Spielberg Western-Elemente wie Pioniergeist und moralische Konflikte einfach in neue, futuristische Welten.
Interessanterweise schließt sich damit ein Kreis: Als Teenager drehte Spielberg 1959 bereits einen Amateur-Western namens "The Last Gun". Nun, mit 79 Jahren, kehrt der einflussreichste Regisseur seiner Generation zum Genre zurück – mit dem Versprechen, keine Klischees zu bedienen, sondern das zu zeigen, was den Western ausmacht.