Die Geissens & Co.: Ja, wir nehmen die Abnehmspritze

Die Geissens & Co.: Ja, wir nehmen die Abnehmspritze
Neues Medikament

Die Geissens & Co.: Ja, wir nehmen die Abnehmspritze

BUNTE Magazin

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von BUNTE Magazin

04.03.2026, 07:14 Uhr

04. März 2026 um 07:14 Uhr

Die Geissens & Co. erzählen, wie sie mit dem neuen Medikament ein besseres Körpergefühl erreichten. Viele Glücksmomente – aber auch einige Nebenwirkungen

Nicht selten machen Prominente ein kleines Geheimnis daraus, wie sie plötzlich schlank und rank wurden. Oft heißt es: „Viel Sport, viel Wasser und Obst – und kein Alkohol.“ Das moderne Diät-Märchen. Inzwischen bekennen sich jedoch immer mehr Menschen öffentlich zur Wahrheit – und zur Abnehmspritze. Wie TV-Legende Michael Schanze (78), der mit dem neuen Medikament 93 Kilo abnahm. Oder Robert Geiss (62), der sich leichter spritzte. 

Robert & Carmen Geiss nehmen beide die Abnehmspritze

„Mein Erfolg mit der Abnehmspritze ist seit zwei Jahren perfekt“, sagt Robert Geiss zu BUNTE. „Ich habe damit fast 13 Kilo abgenommen.“ Inzwischen spritze auch Ehefrau Carmen (60). „Aber sie zieht das nicht so kontinuierlich durch wie ich.“ Carmen nutze die Spritze nur ab und an, um ihr Traumgewicht zu halten.

Die Geissens & Co.: Ja, wir nehmen die Abnehmspritze

Die Geissens & Co.: Ja, wir nehmen die Abnehmspritze Tristar Media/Getty Images/BUNTE

„Mehr Würde“: Ein Experte klärt auf

Prof. Dr. Med. Matthias Tschöp von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler gilt als einer der renommiertesten Forscher für molekulare Grundlagen von Diabetes und Adipositas: 

„Seit mehr als drei Jahrzehnten erforschen wir die biologischen Grundlagen von Hunger, Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Was heute verkürzt als „Abnehmspritze“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit das Resultat jahrzehntelanger Grundlagenforschung – und einer der bedeutendsten medizinischen Fortschritte unserer Zeit. Adipositas ist keine Frage von Disziplin oder Charakter. Rund 70 Prozent der individuellen Veranlagung sind genetisch mitbestimmt. Wer schlank ist, darf sich glücklich schätzen – aber Schlanksein ist kein Beweis moralischer Überlegenheit, so wie Übergewicht kein Ausdruck von Willensschwäche ist. Die oft jahrzehntelange gesellschaftliche Stigmatisierung und psychische Isolation vieler Betroffener entbehrten daher jeder wissenschaftlichen Grundlage. Umso bedeutsamer ist es, dass wir heute Therapien haben, die nicht nur biologisch wirksam sind, sondern vielen Patientinnen und Patienten auch seelische Entlastung, neues Selbstvertrauen und spürbar verbesserte Lebensqualität schenken – häufig auch ihren Angehörigen.

Hunger, Sättigung und Energiespeicherung werden durch hochkomplexe hormonelle Netzwerke gesteuert

Hunger, Sättigung und Energiespeicherung werden durch hochkomplexe hormonelle Netzwerke gesteuert – und genau dort setzen diese modernen Medikamente an. Ende der 1990er-Jahre konnten wir das Hungerhormon Ghrelin identifizieren und damit zeigen, wie stark unser Essverhalten biologisch reguliert ist. Später gelang es mir gemeinsam mit dem Chemiker Richard DiMarchi nachzuweisen, dass auch die Hormone GIP und Glukagon nachhaltige, zuvor unterschätzte Effekte auf Zucker-, Energie- und Fettstoffwechsel haben. Während frühe Wirkstoffe wie Semaglutid (bekannt als Ozempic) einen einzelnen Rezeptor stimulieren, wirken neuere Substanzen wie Tirzepatid (Mounjaro) auf zwei, und Retatrutid in klinischer Entwicklung sogar auf drei zentrale Hormonachsen, die Appetit und Stoffwechsel steuern. Diese kombinierte Wirkung ermöglicht nicht nur eine stärkere, sondern auch eine physiologisch ausgewogenere Gewichtsreduktion – insbesondere durch den Abbau krankhafter Fettdepots, etwa in der Leber.

Beginn einer neuen Ära 

Entscheidend ist jedoch mehr als die bloße Zahl auf der Waage: Wir beobachten Verbesserungen des Zucker- und Fettstoffwechsels, eine Verringerung chronischer Entzündungsprozesse und eine deutliche Senkung des Risikos für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Hinweise auf positive Effekte bei Krebs- und Demenzerkrankungen. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten einer personalisierten Prävention, die gesundes Altern fördern. Nebenwirkungen wie Übelkeit sind meist vorübergehend, dennoch gehört diese Therapie in erfahrene ärztliche Hände. Wir stehen mit solchen Mitteln wie der „Abnehmspritze“ am Beginn einer neuen Ära der Stoffwechselmedizin. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet das nicht nur weniger Gewicht – sondern neue Gesundheit, neue Lebensqualität und oft auch ein Stück zurückgewonnene Würde.“

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