„Die Situation schien ausweglos“: Horst Lichter über die schwerste Krise seines Lebens

„Die Situation schien ausweglos“: Horst Lichter über die schwerste Krise seines Lebens
„Die Situation schien ausweglos“

Horst Lichter über die schwerste Krise seines Lebens

privat

Ina Milert

von Ina Milert

07.05.2026, 20:39 Uhr

07. Mai 2026 um 20:39 Uhr

Vom Ruin zum TV-Star: In einem Interview spricht Horst Lichter über Existenzangst, schwere Schicksalsschläge und den Mut, in der tiefsten Krise neu anzufangen.

Wer Horst Lichter (64) heute am Set von „Bares für Rares“ erlebt, sieht einen Mann, der mit sich im Reinen ist. Er reißt Witze und verteilt Komplimente. Doch dieser Optimismus ist hart erkämpft. Lichters Biografie liest sich phasenweise wie ein griechisches Drama: Der frühe Tod seiner ersten Tochter, der Verlust des Vaters mit 26, zwei schwere gesundheitliche Zusammenbrüche noch vor seinem 30. Geburtstag und ein Schuldenberg, der ihn fast zu erdrücken drohte.

„Bares für Rares”-Host Horst Lichter stand vor dem Ruin

Die schwerste wirtschaftliche und psychische Krise ereilte ihn Anfang der 90er Jahre. Sein damaliger Traum, die „Oldiethek“, stand vor dem Ruin.„Die Situation schien ausweglos.“Ein Vertrauter hatte ihn hintergangen, die Buchhaltung war ein Trümmerhaufen, das Finanzamt forderte Summen, die er nicht hatte. „Ich war nicht nur platt, ich war plattplatt“, erinnert sich Lichter im Interview mit der „Zeit”.

In dieser Phase der absoluten Hoffnungslosigkeit kam Horst Lichter, der kurz vor „Bares für Rares” alles hinwerfen wollte, ein dunkler Gedanke. Er setzte sich auf sein Motorrad und raste durch die Eifel, als gäbe es kein Morgen. Gegenüber der „Zeit” schildert er diesen Tiefpunkt so: „Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt kein Schwein was von deinen finanziellen Problemen, und es sagen alle: Oh Gott, der Arme.“

Horst Lichter mit seiner Frau Nada im Jahr 2024.

Horst Lichter mit seiner Frau Nada im Jahr 2024. IMAGO/Bildagentur Monn

Horst Lichter wollte leben

Doch mitten in der Raserei hielt er inne – und hielt das Motorrad an. Er rauchte eine Zigarette und traf eine Entscheidung, die sein Leben rettete. „Ich dachte, was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst.”

Gemeinsam mit seiner heutigen Frau Nada begann er den Kampf gegen den Ruin. „Wir haben rigoros alles verkauft, was wir entbehren konnten. Sie hatte etwas gespart, das hat sie auch noch gegeben, obwohl sie nicht wusste, ob sie das jemals wiederkriegt. Wir haben jeden Mitarbeiter entlassen und gemeinsam Tag und Nacht in der Oldiethek malocht”, erinnert sich Lichter. Eines hatte er begriffen: „Ich wollte leben. Ich wollte auch wieder lachen.”

Hier findet ihr schnelle Hilfe bei Depressionen und in psychischen Notlagen

  • Eine Rund-um-die-Uhr-Anlaufstelle für alle Menschen in psychischer Not ist die Telefonseelsorge mit den deutschlandweiten Telefonnummern 08001110-111 oder -222.
  • Die Internetplattform „Freunde fürs Leben“ gibt Hilfestellung bei drohendem Suizid. Weitere Informationen findet ihr auch bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Ein Verzeichnis von Beratungsstellen findet ihr hier: Suizidprophylaxe.de.
  • Auch das deutschlandweite Info-Telefon für Depressionen ist kostenlos unter 0800 33 44 5 33 erreichbar.
  • Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression findet ihr bei der Deutschen Depressionshilfe.
  • Fachlich moderierte Online-Foren zum Erfahrungsaustausch für Erwachsene gibt es im Diskussionsforum Depression. Junge Menschen ab 14 Jahren können sich bei Fideo austauschen.

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