Erschöpft und aufgedreht zugleich: Warum dich der Frühling aus dem Takt bringt
Trotz längerer Tage und mehr Sonne schläfst du schlecht und wachst morgens gerädert auf. Dieses widersprüchliche Gefühl ist keine Einbildung, sondern hat biologische Ursachen.
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Im Frühjahr macht Ihr Körper eine große Umstellung durch. Das liegt primär an der strahlenden Sonne, die uns aus dem Winter-Tiefschlaf holt.
Übrigens: Im Video erfährst du, warum du trotz Schlaf immer müde bist.
Geistig top, körperlich flop: Was hinter dem Phänomen steckt
Mit den ersten hellen Frühlingsmorgen steigt der Cortisolspiegel früher an als gewohnt. Der Körper wird also bereits vor dem Wecker in Alarmbereitschaft versetzt, wie eine Expertin gegenüber dem englischen Portal RealSimple erwähnt. Das Ergebnis: Schläfrigkeit, wenn Wachheit gefragt wäre, und ein aufgedrehtes Gefühl, wenn es eigentlich Zeit zum Einschlafen ist.
Hinzu kommt die hormonelle Umstellung zwischen Melatonin (Schlafhormon) und Serotonin (Aktivierungshormon). Im Winter produziert der Körper viel Melatonin wegen der langen Dunkelheit. Sobald die Tage im Frühling länger werden, drosselt der Körper die Melatoninproduktion und kurbelt gleichzeitig Serotonin an – doch dieses Umschalten dauert drei bis vier Wochen.
Nicht nur die Hormone spielen eine Rolle. Wenn es wärmer wird, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt – das kann ebenfalls zu Kreislaufproblemen und Müdigkeit führen. Dazu kommen häufig ein Vitamin-D-Mangel aus den Wintermonaten und veränderte Trink- und Essgewohnheiten, die den Energiehaushalt beeinflussen.
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Nachteulen sind davon besonders betroffen
Menschen, deren innere Uhr auf abends gestellt sind, spüren diesen Effekt besonders stark. Ihr Körper schüttet Melatonin erst spätabends aus und möchte morgens länger schlafen. Berufliche und familiäre Verpflichtungen zwingen sie trotzdem früh aus dem Bett, was durch den Frühling mit seinem früheren Sonnenaufgang noch schwieriger wird. Die Folgen am Morgen: Benommenheit, Konzentrationsprobleme und Gehirnnebel. Abends dagegen: unerwartete Produktivitätsschübe und späte Heißhungerattacken.
Wie du wieder ein stabiles Energielevel bekommst
Diese Maßnahmen können dir dabei helfen, deine innere Uhr wieder auf die richtige Zeit einzustellen:
- Morgendliches Tageslicht bewusst aufnehmen: Schon 10–20 Minuten draußen nach dem Aufstehen helfen dem Körper laut der AOK Krankenkasse und signalisieren dem Körper, dass es Tag ist.
- Anspruchsvolle Aufgaben auf den Morgen legen, wenn der Cortisolspiegel natürlich hoch ist. So nutzt du dieses mehr an Energie sinnvoll für dich.
- Abends für Ruhe sorgen: gedimmtes Licht, weniger Bildschirmzeit und ein warmes Bad helfen dem Körper, früher in den Schlafmodus zu wechseln. Eine gute Abendroutine kann dir ebenfalls dabei helfen.
- Regelmäßige Schlafzeiten einhalten – auch am Wochenende, um den Rhythmus nicht weiter zu verschieben. Wie wichtig gesunder Schlaf ist, wird oft unterschätzt.
- Ausreichend Wasser trinken und auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung achten, die den Körper in der Übergangszeit unterstützt.
Wichtig: Das solltest du tun, wenn die Müdigkeit bleibt
Frühjahrsmüdigkeit ist zwar kein offiziell anerkanntes medizinisches Syndrom – eine aktuelle Untersuchung der Universität Basel konnte das Phänomen empirisch nicht eindeutig belegen – dennoch sind die Beschwerden real. Anhaltende Erschöpfung, die über mehrere Wochen andauert, kann auf einen Vitamin-D- oder Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere Erkrankungen hinweisen. In diesem Fall lohnt sich ein Gespräch in deiner Hausarztpraxis.



