Prozess gegen Marius Borg Høiby: Bis zu 16 Jahre Haft möglich
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin muss sich ab Februar vor Gericht verantworten. Ein Rechtsanwalt bewertet die Chancen des Angeklagten als düster – besonders bei den Vergewaltigungsvorwürfen.
Ab Februar kommenden Jahres findet in Norwegen ein Prozess statt, der monatelang internationale Aufmerksamkeit erregt hat: Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, muss sich in 32 Fällen vor Gericht verantworten. Die Anklage umfasst unter anderem vier Vorwürfe der Vergewaltigung, mehrere Fälle von Körperverletzung sowie Sachbeschädigung. Die Gerichtsverhandlung ist auf 24 Tage angesetzt und wird sich über sieben Wochen erstrecken.
Laut einem norwegischen Rechtsanwalt drohen Høiby im schlimmsten Fall bis zu 16 Jahre Gefängnis. Besonders problematisch seien die Vergewaltigungsvorwürfe, da das norwegische Recht in diesem Bereich deutlich strenger sei als beispielsweise deutsches Recht. Der Anwalt betont zudem, dass die Beweislage erheblich sein könnte – unter anderem, weil der Angeklagte selbst Suchanfragen zu Begriffen wie "Vergewaltigung" und "sexuelle Nötigung" gestellt haben soll, bevor die fraglichen Ereignisse stattfanden.
Die königliche Herkunft wird Høiby dem Experten zufolge nicht helfen. Im Gegenteil: Da er formal nicht Teil der Königsfamilie ist, könnte die Verbindung seine Position eher erschweren. Ein teilweises Geständnis zu Drohungen gegen eine Geschädigte könnte zwar zu einer Bewährungsstrafe führen – doch eine Verurteilung in allen Anklagepunkten hätte mehrjährige Haftstrafen zur Folge.