Hendrik Wüst spricht über schwere Krise: "Es ging mir dreckig"
Der NRW-Ministerpräsident blickt in einem Podcast auf einen persönlichen Wendepunkt zurück: Trauer, Trennung und berufliche Neuorientierung prägten sein Leben 2010.
Hendrik Wüst hat in einem Interview mit Fußball-Experte Robin Gosens offene Worte über eine schwierige Phase seines Lebens gefunden. Im Jahr 2010 kam es für den heute 50-Jährigen zu mehreren privaten Schicksalsschlägen gleichzeitig: Sein Vater starb, seine Ehe zerbrach, und er trat als Generalsekretär der CDU Nordrhein-Westfalen zurück. Diese Kumulation belastete ihn erheblich.
Nach diesem "umfassenden Tiefpunkt" musste Wüst sich neu orientieren. Er verbrachte Wochen im Garten seiner Eltern und verarbeitete seine Gefühle durch körperliche Arbeit: Jeden Tag entwurzelte er Bäume mit der Kettensäge, bis seine Hände von Schwielen bluteten. Diese ungewöhnliche Therapieform half ihm, seine Gedanken zu ordnen. Unterstützung erhielt er durch enge Vertraute – insbesondere durch einen prägnanten Spaziergang mit seiner Schwester.
Später startete Wüst ein neues Kapitel: Er baute ein Haus auf dem Grundstück seiner verstorbenen Eltern und arbeitete außerhalb der Politik. Dieser Abschnitt lehrte ihn, weniger abhängig von einer Umgebung zu sein, die ihm wenig Anerkennung bot. 2017 kehrte er zur Vollzeitpolitik zurück, nachdem ihn Armin Laschet zum Gespräch einlud – eine Entscheidung, die Wüst bis heute nicht bereut.