Heiner Lauterbach macht im Interview Rundumschlag: „Grüner Anarchismus“

von Luca Wolkstein
15.01.2026, 20:00 Uhr
15. Januar 2026 um 20:00 Uhr
Bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, legt Heiner Lauterbach in einem Interview nach. Er erklärt, warum er auf die „Tagesschau“ verzichtet und wundert sich, dass die Künstlerwelt weitestgehend links ist.
Heiner Lauterbach war schon immer ein Typ, der keine halben Sachen macht – weder auf der Leinwand noch daneben. Im neuen Interview mit der „Welt“ legt der Schauspieler wieder los: Er zerpflückt schonungslos, was ihm an der aktuellen Entwicklung in Deutschland und vor allem in seiner eigenen Branche aufstößt.

Heiner Lauterbach kritisiert Ampel: „Hauptsache links und grün“
Unverblümt wird der Kino-Star nach seiner politischen Einstellung gefragt und beginnt, gegen anders eingestellte Kollegen zu schießen: „Warum die Künstler fast alle links sind, kann ich auch nicht verstehen. Das kommt noch aus der Zeit der intellektuellen Existentialisten. Als sie noch kettenrauchend im „La Coupole“ in Paris saßen und das Bedürfnis hatten, sich auf die Seite der vermeintlich Schwächeren zu schlagen. Was ja per se auch keine schlechte Sache ist.“
Doch in der heutigen Zeit würden viele nur noch unreflektiert einer Ideologie hinterherjagen, sagt er. „Heute ist daraus ein Dogma geworden. Ganz egal, welche fragwürdige Entscheidungen die letzte Regierung getroffen hat: Hauptsache es war links und grün. Natürlich will ich auch den Klimaschutz. Aber bitte nicht zum Preis von einem grünen Anarchismus“, wettert Lauterbach.
Auch die politische Berichterstattung sei davon beeinflusst. Der Versuch, ausgewogen zu berichten, bleibe beim Versuch. Laut Lauterbach sei die überwiegende Mehrheit in den Medien und der Kulturszene links.

„Vermeide die Tagesschau“: Lauterbach über seinen Medienkonsum und Friedrich Merz
Nachrichtensendungen wie die Tagesschau vermeide er grundsätzlich, erklärt der 72-Jährige bei der „Welt“. „Nicht wegen der Sendung selbst, sondern wegen der Weltlage, die darin abgebildet wird. Von den 15 Minuten, die dort über die aktuellen Ereignisse berichtet wird, ärgere ich mich sonst 14. Und wenn das Wetter schlecht wird, auch die fünfzehnte.“
„Ich habe keine Lust, zu jedem politischen Ereignis meinen Senf dazuzugeben“, erklärt er und lässt sich im Anschluss dennoch zu einer Aussage über den Bundeskanzler hinreißen. „Ich bin unzufrieden damit, dass er nicht konsequent zu dem steht, was er sagt. Wenn er sagt: Schaut euch mal die Städte an, fragt eure Töchter und sich dann junge Damen melden, denen man anmerkt, dass sie vermutlich niemals in ihrem Leben in einem Brennpunkt waren […] dann hakt er nicht genug nach“, entrüstet sich Lauterbach.



