Julia Roberts (58) blickt auf ihren Kultfilm „Pretty Woman“ zurück – und macht klar, dass sie die Rolle der Vivian heute nicht mehr spielen könnte. In einem Interview mit dem Branchenportal Deadline sagte die Schauspielerin, sie könne den Film unter den heutigen Umständen nicht noch einmal drehen. „Oh, es ist unmöglich. Ich habe jetzt zu viele Jahre des Gewichts der Welt in mir, ich könnte in so einem Film nicht mehr derartig schweben“, erklärte Julia. Das Gespräch fand Anfang Januar statt, rund 36 Jahre nach der Kinopremiere der Liebeskomödie, die sie damals an der Seite von Richard Gere (76) in Hollywood zum Superstar machte. Die Unbeschwertheit von damals sei für sie heute unerreichbar.
Julia ging in dem Interview noch weiter ins Detail und erklärte, warum genau sie sich von ihrer damaligen Figur so weit entfernt fühlt. Es sei weniger eine negative Schwere, sondern die Summe all der Erfahrungen und Erkenntnisse, die man im Laufe eines Lebens sammle. „Es wäre unmöglich, jemanden zu spielen, der wirklich unschuldig ist“, sagte sie über die Prostituierte Vivian – und fügte lachend hinzu, dass das bei einer Sexarbeiterin paradox klinge. Doch die Oscarpreisträgerin habe ihre Rolle damals als besonders unschuldig und jugendlich empfunden.
Gleichzeitig betonte sie, dass die Diskussionen um „Pretty Woman“ im Lichte der aktuellen Zeit nichts Ungewöhnliches seien. Mit Blick auf Klassiker wie „Vom Winde verweht“ erklärte sie, dass sich immer wieder zeige, wie sehr ein „riesiger Zeitabstand und kulturelle Verschiebungen“ den Blick auf alte Filme veränderten. Geschichten aus den 20er-, 30er- oder 40er-Jahren würden heute oft Fassungslosigkeit auslösen, was Figuren sagen oder wie sie handeln. So sei es auch bei „Pretty Woman„: Zeiten ändern sich, Menschen ändern sich, Ideen ändern sich.
Abseits der Debatte um Deutung und Zeitgeist schwingt bei Julia auch etwas Persönliches mit. Die Künstlerin spricht von dem, was man auf dem Weg einsammelt – Erfahrungen, Erkenntnisse, Verantwortung. Aus der jungen Frau, die einst die Unschuld in Vivian fand, wurde eine dreifache Mutter, die viel Wert auf ihr Privatleben legt und selten Einblicke gibt. Kollegen beschreiben sie seit Jahren als warmherzig und loyal, Eigenschaften, die auch ihre langjährige Freundschaft zu Richard Gere geprägt haben. Übrigens: Ursprünglich sollte „Pretty Woman“ unter dem Titel „3,000“ ein deutlich düstereres Ende nehmen. Im Gespräch mit Variety erinnerte sich Julia daran, dass Vivians Geschichte zunächst in einer schmutzigen Gasse enden sollte. Erst als Disney das Projekt übernahm und Garry Marshall (†81) als Regisseur dazustieß, wurde daraus das romantische Märchen, das besser zu Julia passte. Heute blickt die Schauspielerin mit Dankbarkeit für diese Wendung auf den Film zurück.
„Pretty Woman“ im Jahr 2026: Wie wirkt der Film heute auf euch?



