Norwegischer Ministerpräsident kritisiert Kronprinzessin wegen Epstein-Kontakten
Nach der Veröffentlichung von Dokumenten zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein äußert sich Norwegens Regierungschef kritisch zu Kronprinzessin Mette-Marits Umgang mit dem Fall. Auch die Kronprinzessin selbst zeigt sich selbstkritisch.
Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat sich in einem Interview mit dem norwegischen Fernsehen zur Epstein-Affäre geäußert. Er wirft Kronprinzessin Mette-Marit mangelndes Urteilsvermögen vor und stimmt damit einer Selbstkritik zu, die die Kronprinzessin selbst bereits geäußert hat.
Am vergangenen Freitag hatte das US-Justizministerium Dokumente veröffentlicht, die zahlreiche Kontakte zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belegen. Mette-Marit wird darin über 1.000 Mal erwähnt. Erst durch diese Veröffentlichung wurde bekannt, dass es neben den bereits eingestandenen Treffen zwischen 2011 und 2013 auch noch einen weiteren Kontakt im Juni 2014 gab.
In ihrer schriftlichen Stellungnahme vom Samstag erklärte die Kronprinzessin, dass sie Epsteins wahren Charakter nicht früh genug erkannt habe und sich hätte besser informieren sollen. Sie bezeichnete ihr Verhalten selbst als Fehler. Ministerpräsident Støre betonte zudem, dass auch weitere Norweger in die Epstein-Affäre verwickelt sein sollen und dass die neu bekannt gewordenen Informationen von den bisherigen öffentlichen Aussagen abweichen.