Marie-Christine von Belgien bricht ihr Schweigen
Prinzessin Marie-Christine von Belgien meldet sich inmitten des Trubels um Epstein und Mette-Marit erstmals nach knapp 20 Jahren wieder zu Wort.
Dass beim Namen Prinzessin Marie-Christine von Belgien (75) bei den allermeisten wohl nichts klingelt, hat einen traurigen Grund: Die Halbschwester von Altkönig Albert von Belgien (91) zog sich schon vor knapp 20 Jahren nicht nur aus ihrer Heimat Belgien, sondern auch aus der Öffentlichkeit zurück. Sie brach den Kontakt zu ihrer Familie ab, niemand wusste, wohin sie gegangen war. Im Alter von 75 Jahren hat sie sich nun ein Herz gefasst und dem Magazin „Point de Vue“ einen Brief geschrieben, in dem sie sich erstmals nach zwei Jahrzehnten zu Wort meldet.

Marie-Christine von Belgien meldet sich nach 20 Jahren erstmals wieder zu Wort
„HRH“, die Abkürzung für die Anrede „Ihre Königliche Hoheit“, prangt laut des französischen Mediums auf dem Umschlag. Und obwohl Marie-Christine von Belgien von Haus aus eine Adelige ist, lebt sie offenbar recht bescheiden: Es heißt, sie hause nun in einem Holzbungalow in Washington, wo sie ihre Tage fernab des Königsreichs Belgien verbringt. Eine Rückkehr an den Hof scheint inzwischen in weite Ferne gerückt zu sein. „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr ziehe ich mich zurück“, heißt es immerhin in ihrem Brief.
Sie kehrte Belgien nach schrecklicher Vergewaltigung den Rücken
Der Grund für ihre Abkehr von der Familie ist ein wahrlich tragischer. Als die Prinzessin erst 17 Jahre alt war, wurde sie laut ihrer Autobiografie „Der Bruch“ (2004) von ihrem Cousin vergewaltigt. Ein einschneidendes Trauma, das später sogar noch von ihrer Mutter Mary Lilian Baels (†85) verschlimmert worden sein soll. Denn als sie sich in ihrem Schmerz an sie gewandt habe, habe diese sie nicht etwa verteidigt, sondern ihr die Schuld für den Vorfall gegeben. Und schlimmer noch: Sie habe ihr sogar gesagt, sie sei „pervers“ und nunmehr nicht mehr ihre Tochter. Unter diesen schrecklichen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass die Tochter von König Leopold III. (†81) sich schließlich in die USA absetzte.

Abgetauchte Prinzessin äußert sich zum Epstein-Skandal
Und trotzdem scheinen ihre alten Wunden sie noch immer schwer zu schmerzen. „Die Epstein-Affäre und die #MeToo-Bewegung gehen mir sehr nahe. Opfer werden wie Schuldige behandelt“, schreibt sie so in ihrem nun aufgetauchten Brief. Ein Zeichen dafür, dass sie das Geschehene nicht vergessen hat und genau nachvollziehen kann, wie sich Epsteins Opfer fühlen müssen.
Halbbruder Albert II. sucht seit anderthalb Jahren nach Marie-Christine
Seit fast anderthalb Jahren soll Halbbruder Albert II. auf der Suche nach Marie-Christine sein, jedoch bisher erfolglos. Ob der Brief nun neue Möglichkeiten einer Versöhnung in Aussicht stellt? Unklar. Für den ehemaligen Monarchen würde sich damit ein lang ersehnter Wunsch erfüllen.

Mutter Lilian war die zweite Ehefrau von Leopold III.
Leopold III. war von 1934 bis 1951 König von Belgien. Mit seiner ersten Ehefrau Prinzessin Astrid von Schweden (†29) bekam er drei gemeinsame Kinder. 1941 heiratete er dann zum zweiten Mal – zunächst heimlich, zwei Monate später dann nochmal offiziell vor dem Standesamt – seine Ehefrau Lilian Baels. Sie schenkte ihm drei weitere Kinder, unter ihnen auch Marie-Christine. Lilian war für ihren aufreizenden Modestil bekannt, der einst viele Nachahmerinnen fand.
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