Blitz-Scheidungen bei Promis: Was ist dran am Mythos?
Prominente wie Pierre Littbarski scheinen sich schnell scheiden zu lassen. Eine Familienrichterin erklärt, warum das nur der Anschein ist und was wirklich dahintersteckt.
Der Eindruck entsteht immer wieder: Ein Promi trennt sich, und wenige Monate später ist die Scheidung durch. Doch dieser Anschein trügt. Familienrichterin Kristina Herrmann erklärt, wo der entscheidende Unterschied liegt.
Rechtlich beginnt eine Scheidung nicht mit dem Anwaltsbesuch oder dem Gerichtsantrag, sondern mit der Trennung selbst. Und hier greift eine wichtige Regel: In Deutschland muss zwischen Trennung und Scheidung in der Regel mindestens ein Jahr liegen. Ohne dieses sogenannte Trennungsjahr gibt es grundsätzlich keine Scheidung vor Gericht. Dabei reicht räumliche Trennung nicht aus – auch in der gleichen Wohnung kann eine Trennung vorliegen, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft tatsächlich beendet ist.
Warum wirken Promi-Scheidungen dann so schnell? Der Grund: Wenn Paare ihre Trennung öffentlich machen, liegt der tatsächliche Trennungszeitpunkt oft bereits Monate zurück. Das Trennungsjahr ist dann schon verstrichen, und das Gerichtsverfahren ist nur noch die formale Bestätigung. Entscheidend ist zudem, ob die wichtigen Fragen vorher geklärt sind – Vermögensaufteilung, Unterhalt und Kinderbetreuung. Sind diese Punkte geregelt, kann die Scheidung tatsächlich in wenigen Wochen abgeschlossen sein.
Am Ende zeigt sich: Die echte Blitz-Scheidung ist kein Mythos, sondern das Ergebnis von Vorbereitung – meist lange bevor die Öffentlichkeit von der Trennung erfährt.