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Tarantino kritisiert Kubricks "Lolita" heftig

10. November 2025· Daniel Kastner

Der Regisseur lobt Adrian Lynes Version von 1997 als "Meisterwerk" und wirft Kubricks Verfilmung vor, die verstörenden Aspekte des Romans völlig auszublenden.

Quentin Tarantino hat sich in einem Interview mit dem New Yorker deutlich zu den beiden bekanntesten Verfilmungen von Vladimir Nabokovs "Lolita" geäußert. Dabei fällt sein Urteil über Stanley Kubricks Film von 1962 vernichtend aus: Der Regisseur kritisiert, dass Kubrick es versäumt habe, die verstörenden Momente der Vorlage in Szene zu setzen.

Zentral für Tarantinos Kritik ist die fehlende Perspektive: Kubrick habe nicht vermittelt, "durch die Augen eines Pädophilen" zu sehen. Dies sei jedoch essentiell, um den Roman wirklich zu verstehen. Adrian Lynes Neuinterpretation von 1997 mit Jeremy Irons und Dominique Swain sieht Tarantino hingegen als "Meisterwerk" an – weil sie diese sexuellen Dimensionen bewusst in den Vordergrund rückt und der Buchvorlage literarisch näher kommt.

Neben dieser scharfen Filmkritik offenbarte Tarantino in seinem Podcast "Video Archives" auch seine Liebe zu klassischen Werken: James Whales "Der Mann mit der eisernen Maske" von 1939 zählt zu seinen absoluten Lieblingsfilmen. Die Schwarz-Weiß-Produktion begeistert ihn deutlich mehr als die bekannte Version mit Leonardo DiCaprio.

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