Reality-TV-Star sagt im Marius-Borg-Høiby-Prozess aus

Reality-TV-Star sagt im Marius-Borg-Høiby-Prozess aus

Vor Gericht vorgetragene SMS zeigen, dass Ex Nora sich nicht zwischen einer Freundin und Marius entscheiden wollte.

Am Vormittag des 22. Prozesstages befragten Polizeianwalt Andreas Kruszewski, Ermittler Stig Berg Larsen und die Anwältin der Frogner-Frau, Mette Yvonne Larsen, den Angeklagten Marius Borg Høiby (29). Vorm Osloer Bezirksgericht gab der Sohn von Mette-Marit (52) zu, dass einige Aussagen, die er im Rahmen einer vorherigen Vernehmung getätigt hatte, nicht immer der Wahrheit entsprachen. Im Laufe des Nachmittags sollen noch andere Personen in den Zeugenstand gerufen werden, darunter ein Zeuge aus der Bar Michaelis und Influencerin und Reality-TV-Star Caroline Nitter, berichtet „VG„. 

  • Marius Borg Høiby (29) steht seit dem 3. Februar vor Gericht
  • Er ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Morten Borg, Stiefsohn von Kronprinz Haakon von Norwegen
  • Für den Prozess am Bezirksgericht in Oslo sind 24 Prozesstage in sieben Wochen geplant, am 19. März erwarten wir das Urteil
  • Marius Borg Høiby ist in 38 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung
  • Das Anwaltsduo Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic vertritt Marius Borg Høiby in dem komplexen Prozess
  • Das Gericht hat strenge Regeln für Medienvertreter aufgestellt, um die Privatsphäre der Geschädigten und des Angeklagten zu schützen

Bevor die Zeugen geladen werden, muss sich Marius noch einigen Fragen stellen. Es geht unter anderem um den Vorfall vom 1. Februar 2026 – also kurz vor Prozessbeginn. An dem Tag wurde Mette-Marits Skandal-Sohn wegen neuer Vorwürfe von der Polizei festgenommen. Er soll vor der Frogner-Frau ein Messer gezogen, es aber nicht auf sie gerichtet haben. Die Situation habe sie dennoch als bedrohlich empfunden. Seine Reaktion erklärt Marius Borg Høiby vor Gericht so: „Ich habe darüber nachgedacht, dass es natürlich nie ihre Verantwortung war, aber wie ich bereits erklärt habe, hat sie an diesem Abend einige Dinge gesagt, von denen sie genau weiß, dass sie eine sehr starke Reaktion von mir hervorrufen.“ Die Frogner-Frau habe ihm an dem Tag mitgeteilt, dass sie zu dem Mann gehen würde, dem Marius angeblich eine Morddrohung geschickt haben soll.

Verteidigerin Ellen Holager Andenaes beim Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (Tag 22 in Oslo, Norwegen, 10. März 2026)

Verteidigerin Ellen Holager Andenaes beim Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (Tag 22 in Oslo, Norwegen, 10. März 2026) DanaPress

Trotz U-Haft: Marius lässt Frogner-Frau an Valentinstag Liebesbrief zukommen

Bereits in der Vorwoche hatte Marius vor Gericht zugegeben, mit einem Liebesbrief an das mutmaßliche Opfer erneut gegen das Kontaktverbot verstoßen zu haben. Mette Yvonne Larsen möchte von dem Angeklagten unter anderem wissen, ob er in dem Brief nach dem Wohlergehen der Frogner-Frau gefragt hatte. Marius Borg Høiby berichtet: „Das kann ich getan haben – oder ich glaube nicht, dass ich gefragt habe, aber ich habe wohl so etwas geschrieben wie, ‚ich hoffe, dass es dir gut geht‘, weil ich hier ja keine Antwort erhalten kann.“

Verteidiger Petar Sekulic möchte bei der Befragung von seinem Mandanten wissen, wie andere seine Beziehung zu der Frogner-Frau wahrnehmen. „Es gibt einige, die der Meinung sind, dass wir vielleicht nicht so gut zueinander passen. Andere wiederum finden, dass ich eine wunderbare Beziehung zu ihr habe. Und das ist auch meine Meinung“, erklärt Mette-Marits Sohn. Angeblich bestätigten dem Angeklagten andere Personen auch, dass die Frogner-Frau „eiskalt“ sein könne.

22. Verhandlungstag im Marius-Prozess: Erste Zeugin kommt zu Wort

Die erste, namentlich nicht genannte Zeugin spricht vor Gericht über das Machtverhältnis zwischen Marius Borg Høiby und der Frogner-Frau. Ellen Holager Andenaes zitiert eine Aussage der Zeugin aus der Polizeivernehmung: „Sie empfindet sie als gleichberechtigte Partner. Sie glaubt, dass die [Frogner-Frau] sehr in Marius verliebt war und dass sie sich für ihn verantwortlich gefühlt hat. Sie hat wahrscheinlich ein gewisses Bedürfnis nach Kontrolle.“ Die Zeugin bestätigt die vorher getätigte Aussage.

Influencerin und Reality-TV-Star Caroline Nitter ist sowohl mit Marius Borg Høiby als auch der Frogner-Frau befreundet

Influencerin und Reality-TV-Star Caroline Nitter ist sowohl mit Marius Borg Høiby als auch der Frogner-Frau befreundet DanaPress

Reality-TV-Star Caroline Nitter im Zeugenstand

Als nächstes wird die in Norwegen bekannte Influencerin Caroline Nitter vor Gericht befragt. Gleich zu Beginn klärt sie darüber auf, dass sie sowohl mit Marius Borg Høiby als auch der Frogner-Frau befreundet sei. Sie spricht über besagten Abend in der Bar Michaels. „Marius wirkte sehr … wie soll man sagen, betrunken oder berauscht. Und er hatte ein Kochbuch dabei, das er mir schenkte“, berichtet sie. Dabei soll es sich um ein Geschenk gehandelt haben. Marius sei an dem Abend gut gelaunt gewesen, wirkte aber schon etwas weggetreten. Zwischen dem Angeklagten und der Frogner-Frau soll es zu einer Diskussion gekommen sein. 

Caroline Nitter berichtet von kurioser Situation mit Marius

„Marius sitzt mit gesenktem Kopf da und sieht aus, als würde er einschlafen. Die [Frogner-Frau] steht da und versucht, mit ihm in Kontakt zu treten. Dann eskaliert die Situation ein wenig. Ich erinnere mich, dass Marius aufsteht und etwas ruft. Er verhält sich ein wenig wie unter Drogen. Es sieht sehr seltsam aus. Ich glaube, ich habe irgendwann ein wenig gelacht, es war etwas absurd“, erläutert Caroline Nitter. Auf die Nachfrage, was genau absurd an der Sache gewesen sei, antwortet die Influencerin: „Es ist so, dass [die Frogner-Frau] verzweifelt ist und fast weint und versucht, ein ernsthaftes Gespräch mit jemandem zu führen, der nur herumtaumelt und überhaupt keinen Sinn ergibt. Es war ein wenig komisch, weil die Kontraste sehr deutlich waren. Und dann reißt er sein T-Shirt auf wie ein Gorilla. ‚Oh mein Gott‘, sagten wir.“ Gesagt habe Marius dabei nichts, er brüllte lediglich „wie ein Gorilla“.

Caroline Nitter spricht über die Beziehung von Marius Borg Høiby zur Frogner-Frau

Caroline Nitter spricht über die Beziehung von Marius Borg Høiby zur Frogner-Frau DanaPress

Mette-Marits Sohn trägt viel zu kleinen Mädchenpullover

Weil Marius sich sein T-Shirt zerrissen haben soll, will der Angeklagte von einer Bar-Mitarbeiterin etwas zum Anziehen bekommen haben. „Dann kommt sie mit einem winzigen Mädchenpullover, den Marius anzieht und der ihm bis zum Bauchnabel reicht“, sagte die Reality-TV-Teilnehmerin.

Caroline Nitter spricht über Marius‘ Verhalten bei Drogenkonsum

Die Zeugin sagt aus, dass Marius meistens wütend wird, wenn er Drogen konsumiert haben soll. Es sei dann üblich, dass er flucht, beleidigt und „völlig bekloppte“ Nachrichten verschickt. In Nachhinein entschuldigt er sich und schiebt es auf die Drogen, berichtet Caroline Nitter. Die Frogner-Frau will ihr Nachrichten gezeigt haben, in denen sie erst von Høiby beleidigt worden und später Sätze wie „Du bist die Schönste der Welt“, „Ich liebe dich“ und „Ich will für immer mit dir zusammen sein“ erhalten haben soll.

„Sie werden etwas kleinlich, aggressiv und intensiv“

Die Influencerin erzählt auch, es habe Streitigkeiten wegen des Themas Treue gegeben. Marius habe ihr „oft erzählt, wie schön und toll [die Frogner-Frau] ist und dass viele Männer sie begehren.“ Ob die Frogner-Frau wirklich untreu gewesen war, kommt nicht zur Sprache. Auf die Frage, ob sie glaubt, Marius könne fremdgegangen sein, antwortet sie: „Das kann ich mir vorstellen. So wie ich ihn kenne, gibt es viel Untreue. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das geändert hat.“

Beim Polizeiverhör hatte Caroline Nitter bereits erklärt, „dass es nicht gerade Vertrauen erweckt, wenn man auf eine Geburtstagsparty geht und Marius mit 39 von 40 der anwesenden Frauen im Bett gewesen war“. In Bezug auf Marius‘ besitzergreifende Eifersucht sagt die Reality-TV-Teilnehmerin: „Aber das ist vielleicht besonders für diese Art von Männern in diesem Milieu typisch. Und wie ich bereits sagte, wenn sie unter Drogen stehen. Sie werden etwas kleinlich, aggressiv und intensiv. Dann wird es für uns Frauen sehr anstrengend, in ihrer Nähe zu sein, und sie werden noch besitzergreifender. Es wird sehr dramatisch und sehr unangenehm.“ Trotz allem glaubt Caroline Nitter, dass Marius die Frogner-Frau „sehr liebte und wollte, dass es zwischen ihnen funktioniert.“

Caroline Nitter spricht im Marius-Prozess auch über seine Ex Nora Haukland.

Caroline Nitter spricht im Marius-Prozess auch über seine Ex Nora Haukland. DanaPress

Nora Haukland wollte auf Mette-Marits Sohn aufpassen

Vor Gericht wird Caroline Nitter auch auf Marius‘ Ex Nora Haukland (28) angesprochen. Sie sagt, Nora habe versucht, auf den Angeklagten aufzupassen und die Situation zu kontrollieren. Gelungen sei es ihr nicht. „Nein, es war schwierig, Marius zu kontrollieren“, so die Zeugin.

Beste Freundin der Frogner-Frau sagt aus

Nach einer kurzen Pause wird die beste Freundin der Frogner-Frau als Zeugin befragt. Sie lebte mit der Geschädigten in der Wohnung in Frogner und kannte auch Marius Borg Høiby gut, der zeitweise dort wohnte.

Laut der Zeugin seien sie fast wie ein „Trio“ gewesen. Sie beschreibt die Geschädigte als ehrliche, fürsorgliche Person, die jedoch Schwierigkeiten habe, Menschen zu vertrauen. Marius sei humorvoll und energiegeladen, habe aber auch eine aggressive Seite. Es sei traurig zu sehen, dass er sich selbst schade, obwohl viel Gutes in ihm stecke, so die beste Freundin der Frogner-Frau.

Die Zeugin berichtet von einem heftigen Streit am 26. Juni 2024, einen Tag nach einem gewalttätigen Vorfall zwischen Marius und der Frogner-Frau. „Ich erhielt die Nachricht, dass er sie geschlagen und gewürgt haben soll. Das war natürlich keine angenehme Nachricht“, sagt die Zeugin. Als sie nach Hause gekommen sei, hätten Marius und die Geschädigte auf dem Bett gelegen, was die Zeugin seltsam gefunden habe, so kurz nach einem so drastischen Streit.

Später habe Marius die Frogner-Frau in der Küche lautstark angeschrien, sie sei aber ganz ruhig geblieben und habe versucht, die Situation zu beruhigen, so die Zeugin. Einige Tage später hätte sich Marius bei der besten Freundin der Frogner-Frau entschuldigt. Der Vorfall sei ihr dennoch nicht aus dem Kopf gegangen, wie sie vor Gericht erklärt: „Wenn er sich so verhalten kann, obwohl er weiß, dass ich zuhöre, wie verhält er sich dann, wenn sie alleine sind?“

Zeugin: Geschädigte wolle nur, dass es Marius besser geht

Sie erklärt weiter, dass Marius und die Geschädigte in der Nacht auf 4. August 2024 in keiner festen Beziehung mehr gewesen seien, dennoch weiterhin Kontakt gehalten hätten. In der Nacht habe die Geschädigte sie angerufen und berichtet, dass Marius die Wohnung verwüstet habe.

Die Zeugin berichtet, dass sich die Frogner-Frau und Marius trotz eines Besuchsverbots wieder getroffen und sich über das Wiedersehen gefreut hätten. Mit der Zeit sei es jedoch erneut zu den für ihre Beziehung typischen Streitigkeiten gekommen.

Die Zeugin sagt aus, dass ihr der Vorfall vom 1. Februar 2026 nur geschildert worden sei. Marius sei in Panik geraten und habe die Frogner-Frau gegen eine Tür gestoßen haben. Außerdem habe er ein Messer geholt und gedroht, sich etwas anzutun, falls sie gehe.

Laut der Zeugin hoffe die Geschädigte dennoch, dass es Marius besser gehe, er eine Therapie beginne und sie später wieder zusammenkommen könnten. Während des Streits habe die Geschädigte zudem versucht, Konsequenzen für Marius zu vermeiden und sogar gesagt, sie könne Schläge ertragen, solange es ihm gut gehe.

„Oberflächlich betrachtet verkraftet sie es sehr gut, aber ich weiß, dass sie wirklich mit dem, was passiert ist, zu kämpfen hat. Sie hat nur eine sehr starke Fassade“, meint die Zeugin.

Nachrichten zwischen Nora und Marius im Fokus

Nach einer kurzen Pause lesen Ermittler der Osloer Polizei SMS-Nachrichten zwischen Marius Borg Høiby und Ex-Freundin Nora Haukland vor. Die Nachrichten stammen aus März 2023, kurz nachdem beide von Barbados zurückgekehrt waren und Nora Haukland bei Influencerin und Freundin Sophie Elise eingezogen war.

Ein Schwerpunkt der Nachrichten war der Streit um das sogenannte „Tütchenbild“. Marius macht Sophie Elise in den Nachrichten dafür verantwortlich und schreibt laut Medien, er hasse sie und habe sie am liebsten geschlagen. Haukland verteidigt ihre Freundin und betont, sie lasse sich nicht zwingen, sich zwischen ihm und Sophie Elise zu entscheiden.

Später berichtet sie von einem TV-Deal mit Amazon Prime, den sie gemeinsam mit Sophie Elise abgeschlossen hatte. Marius antwortet darauf zwiegespalten: Er unterstütze zwar Nora, aber durch die Zusammenarbeit mit Sophie Elise fände er es auch problematisch.

Damit endet der 22. Prozesstag gegen Mette-Marits Sohn. Am Mittwoch (11. März) werden mehrere Bekannte von Marius und der Frau aus Frogner aussagen.

Mit Material von DANA Press.

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