Selbsternannter „Vierfach-Gott“ Ilia Malinin spricht über dramatisches Scheitern

Selbsternannter „Vierfach-Gott“ Ilia Malinin spricht über dramatisches Scheitern
Bittere Niederlage für Olympia-Favoriten

Selbsternannter „Vierfach-Gott“ spricht über dramatisches Scheitern

14.02.2026, 13:04 Uhr

14. Februar 2026 um 13:04 Uhr

Was für ein Krimi auf dem Eis: Ilia Malinin, der als unbesiegbarer Eiskunstläufer galt, erlebt bei den Olympischen Spielen in Mailand einen bitteren Rückschlag – und die Zuscher erlebten ein echtes Herzschlag-Finale.

Nach einem niederschmetternden Finalabend am Freitag (13. Februar) zeigt sich Eiskunstläufer Ilia Malinin tief getroffen und Olympia-Fans auf der ganzen Welt fühlen seinen Schmerz. „Ich habe all die Jahre darauf hingearbeitet – und dann ging alles so schnell vorbei. Ich hatte keine Zeit zu begreifen, was ich tun soll, oder irgendetwas zu verarbeiten. Es passierte alles so rasend schnell“, erklärte der 21-Jährige gegenüber Reportern. Noch vor den Spielen hatte er sich selbst als „Vierfach-Gott“ bezeichnet. Doch bei seiner von Fehlern und Stürzen geprägten Kür offenbarte das Ausnahmetalent menschliche Schwächen.

Auf die Frage nach den Gründen für seinen Einbruch konnte Malinin direkt nach dem Wettkampf keine klare Antwort geben. „Ehrlich gesagt, ich kann jetzt nicht genau sagen, was es war“, sagte er und fügte hinzu: „Ich habe es vermasselt“, wie ihn der US-Sender NBC zitierte.

Ilia Malinin: „Der Druck ist unwirklich“

Die Ursachen für Malinins Leistungseinbruch bleiben unklar. Der immense Druck scheint jedoch eine entscheidende Rolle gespielt zu haben. „Es sind die Olympischen Spiele. Ich glaube, die Leute erkennen nur selten den Druck und die Nervosität, die wirklich von innen kommen“, erklärte Malinin und betonte: „Der Druck ist unwirklich.“

Die Erwartungen an den zweimaligen Weltmeister waren enorm. Seit über zwei Jahren ungeschlagen, galt er als sicherer Goldfavorit bei diesen Winterspielen. Doch statt eines Triumphs erlebte Malinin einen Abend voller Enttäuschungen, der ihn vorerst unvollendet zurücklässt.

Olympia-Star konnte nur von sich selbst geschlagen werden

Vor der Kür schien es nur noch eine Frage des Vorsprungs zu sein, mit dem Malinin den Olympiasieg erringen würde. Doch am Ende reichte es nicht einmal für eine Medaille. Der Kasache Michail Schaidorow (21) holte überraschend Gold, während Malinin auf Platz acht landete. Schaidorow spielte jedoch nur eine Nebenrolle in Malinins Drama.

Der 21-Jährige, bekannt für seine spektakulären Vierfachsprünge, machte Fehler, die ihn teuer zu stehen kamen. „Vielleicht war das Eis auch nicht in optimalem Zustand für das, was ich wollte. Aber darüber kann ich mich nicht beschweren, denn wir alle müssen unter solchen Bedingungen laufen, egal was passiert. Das ist also keine wirkliche Ausrede“, erklärte Malinin nach seinem Debüt bei den Olympischen Spielen. Zwar hatte er im Teamwettbewerb noch Gold gewonnen, doch dieser Erfolg geriet nach seinem Einbruch in der Einzelkür in den Hintergrund.

Malinins dramatisches Scheitern: «Ich habe es vermasselt»

Olympia, Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026, Eiskunstlauf, Einzel, Männer, Kür, Milano Ice Skating Arena, Ilia Malinin aus den USA reagiert nach seiner Kür. (zu dpa: «Malinins dramatisches Scheitern: «Ich habe es vermasselt»») Peter Kneffel/dpa

Ein Freitag der 13., den Malinin wohl nicht so schnell vergisst

Malinin wollte bei Olympia Geschichte schreiben und das Eiskunstlaufen auf ein neues Niveau heben. Geplant war ein vierfacher Axel – der erste seiner Art bei Olympischen Spielen. Doch stattdessen sprang er den Axel nur einfach und stürzte anschließend zweimal. Das Ergebnis: Platz 15 in der Kür-Wertung und ein enttäuschender achter Platz insgesamt.

Der Wettkampf fand ausgerechnet an einem Freitag, den 13., statt – ein Tag, der für Malinin zum Desaster wurde. Die Tageszeitung „USA Today“ bezeichnete den Abend als „Alptraum“. Trotz allem zeigte sich Malinin kämpferisch: „Es ist wirklich nicht leicht, aber ich bin trotzdem stolz, dass ich es bis zum Ende durchgezogen habe.“ Am Ende seiner Darbietung wirkte er jedoch körperlich und mental erschöpft.

Eine Zukunftsperspektive konnte Malinin noch nicht klar formulieren: „Man muss annehmen, was passiert ist oder was man daraus gelernt hat, und dann entscheiden, was man in Zukunft tun will und wie man die Dinge angehen möchte.“

Mitgefühl und Unterstützung für Malinin

Goldmedaillengewinner Schaidorow sowie ehemalige Eiskunstläufer zeigten Verständnis für Malinins Situation. „Er ist sehr wichtig für das Eiskunstlaufen. Er ist der beste Läufer der Geschichte“, sagte Schaidorow, dem Malinin fair gratulierte.

Auch Johnny Weir, NBC-Experte und ehemaliger Weltklasse-Eiskunstläufer, sprach dem jungen Athleten Mut zu: „Du hast wahren Sportsgeist und Anmut gezeigt“, schrieb Weir auf Instagram und betonte: Malinin sei einzigartig. Die zweifache Olympiasiegerin Katarina Witt fasste es treffend zusammen: „Er ist auch nur ein Mensch.“ Der „Vierfach-Gott“ bleibt vorerst ein Mensch – mit all seinen Stärken und Schwächen.

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