Norwegen: Neues Urteil könnte Strafmaß im Fall Marius Borg Høiby senken
Der Oberste Gerichtshof in Norwegen hat erstmals Strafen für Schlafvergewaltigungen deutlich reduziert. Das könnte auch Auswirkungen auf das Verfahren gegen den Sohn der Kronprinzessin haben.
Ein aktuelles Gerichtsurteil in Norwegen markiert eine Wende in der Rechtsprechung zu Sexualdelikten. Der Oberste Gerichtshof setzte Ende März 2026 die Freiheitsstrafe in einem Fall von Schlafvergewaltigung von ursprünglich drei Jahren und zwei Monaten auf ein Jahr und sechs Monate herab. Damit schafft das Gericht einen neuen Standard: Das Grundstrafmaß für solche Fälle wird künftig mit zwei Jahren und vier Monaten angesetzt.
Das Urteil gewinnt auch im Zusammenhang mit dem laufenden Verfahren gegen Marius Borg Høiby an Bedeutung. Der 29-jährige Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit ist wegen mehrfacher Vergewaltigung im Schlaf angeklagt. Die Staatsanwaltschaft gab an, das neue Urteil bereits bei ihren Anträgen berücksichtigt zu haben und sieht darin keine überraschende Entwicklung.
Høibys Verteidigungsteam begrüßt die Strafmilderung ausdrücklich. Die Anwälte argumentieren, dass in seinem Fall ein vorheriger gegenseitiger sexueller Kontaktwunsch bestanden habe, was zu einem Freispruch führen sollte. Falls eine Verurteilung erfolge, müsse die neue Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zu einer deutlichen Strafmilderung führen.