Maradonas Tochter beschuldigt Leibarzt im neuen Prozess
Jana Maradona wirft dem behandelnden Neurochirurgen vor, die Familie zur häuslichen statt klinischen Versorgung ihres Vaters gedrängt zu haben. Ein ganzes Ärzteteam muss sich vor Gericht verantworten.
Mehr als fünf Jahre nach Diego Maradonas Tod arbeitet die argentinische Justiz den Fall erneut auf. Bei Aussagen im Gericht beschuldigte die 30-jährige Tochter Jana den Neurochirurgen Leopoldo Luque, die Familie manipuliert zu haben. Nach Maradonas Hirnoperation im November 2020 soll der Arzt die Empfehlung eines Klinikdirektors, den Fußballer in eine Rehabilitationseinrichtung zu bringen, als ungeeignet dargestellt haben.
Jana Maradona berichtete unter Tränen, Luque habe stattdessen Hausbetreuung als beste Alternative präsentiert und versichert, der ehemalige Nationalspieler würde dort genauso betreut wie in einer Klinik. Der Familie sei nicht bewusst gewesen, wie kritisch die Situation sein würde. Zwei Wochen nach der Operation starb Maradona mit 60 Jahren an Herzversagen und Lungenödem.
Insgesamt sieben Mitglieder eines medizinischen Teams müssen sich verantworten – darunter Ärzte, Psychiater, Psychologen und Pfleger. Diese bestreiten Vorwürfe der groben Vernachlässigung und argumentieren mit Maradonas langjähriger Suchtproblematik. Das Verfahren in San Isidro bei Buenos Aires soll mit etwa 120 Zeugenaussagen bis Juli laufen.