Wie Claudia Effenberg heute über Spielerfrauen denkt
von Abendzeitung
25.05.2026, 15:15 Uhr
25. Mai 2026 um 15:15 Uhr
Claudia Effenberg blickt im Interview mit Content-Creator Thommy Berglmeir kritisch auf das Bild der Spielerfrau.
Claudia Effenberg (60) spricht über den Titel Spielerfrau und warnt vor falschen Erwartungen: Rund um bekannte Partnerinnen von Fußballern wächst das öffentliche Interesse immer wieder. Beispiele dafür sind Cathy Hummels, die bis 2022 mit Ex-Fußballer Mats Hummels verheiratet war, oder Oliver Kahns Ex-Freundin Verena Kerth. Gerade mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft rücken erneut die Frauen in den Fokus, die an der Seite deutscher Nationalspieler stehen.
Claudia Effenberg kennt dieses Leben aus eigener Erfahrung. Seit 2004 ist sie mit Stefan Effenberg verheiratet, der beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft große Erfolge feierte. Davor war sie mit dem früheren Profikicker Thomas Strunz liiert.
Bekannter Name kann helfen, ersetzt aber kein Können
Im Gespräch erklärt Effenberg, dass der Status als Spielerfrau im Leben durchaus Türen öffnen könne. Ein bekannter Nachname bringe häufig Privilegien mit sich, besonders dann, wenn man selbst beruflich vorankommen wolle.
Entscheidend sei für sie aber etwas anderes: „Aber trotzdem musst du gut sein in deinem Business“, merkt Effenberg kritisch an. Allein die Beziehung zu einem prominenten Fußballer reiche nicht aus, um dauerhaft erfolgreich zu sein. „Du musst schon auch was können. Wenn du eine hohle Nuss bist, bringt dir das auch nichts, wenn du mit einem Fußballer verheiratet bist.“
Claudia Effenberg sieht auch die Fußballer in der Verantwortung
Nach außen wirkt das Leben einer Spielerfrau oft glamourös: Kaviar, Jachten und Luxus prägen vielfach das Bild. Doch nach Ansicht von Claudia Effenberg ist die Zeit vorbei, in der Partnerinnen von Fußballern einfach nur genießen und untätig bleiben.
Eine Ausnahme sieht sie nur dann, wenn der Mann genau dieses Rollenbild fördert. „Es sei denn, der Fußballer will das so. Wenn er sagt: ‚Ich will nur so ein hübsches Anhängsel neben mir.‘ Aber dann ist es ja auch seine Schuld“, so die 60-Jährige. Für Effenberg trägt der Profi in einem solchen Fall Mitverantwortung dafür, dass seine Partnerin nicht als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen wird. „Dann stempelt er sie ja schon selber ab und sagt: ‚Du bist nur mein Aushängeschild, du bist hübsch, ich kann mit dir angeben‘, was ja eigentlich traurig ist.“
„Ich hab schon immer mein eigenes Ding gemacht“
Für sich selbst lehnt Effenberg ein solches Verständnis klar ab. Nach eigenen Worten habe sie sich nie auf die Rolle eines bloßen Anhängsels reduzieren lassen. „Ich hab schon immer mein eigenes Ding gemacht.“
Auch viele andere Spielerfrauen, die sie im Lauf der Jahre kennengelernt habe, hätten aus ihrer Sicht Wert darauf gelegt, sich selbst zu verwirklichen und einen eigenen Weg zu gehen.
Karriere begann schon vor den Beziehungen zu Fußballern
Claudia Effenberg war bereits erfolgreich, bevor sie mit Thomas Strunz und später mit Stefan Effenberg zusammenkam. Schon mit 19 Jahren zog sie nach München, um dort als Model zu arbeiten.
Sie erschien unter anderem auf dem Cover der deutschen „Vogue“. Zudem arbeitete sie als Designerin, gründete das Label CE Design und entwarf eigene Dirndl. Später war sie in mehreren Reality-Formaten im Fernsehen zu sehen und zählt bis heute zu den bekannten Gesichtern im TV.
Von Max Häussler



