Wird Ex-Prinz Andrew jetzt aus der Thronfolge geschmissen?
Australien unterstützt den Ausschluss von Ex-Prinz Andrew aus der Thronfolge – und erhöht damit den Druck auf das britische Königshaus erheblich.
Australien prescht vor – und setzt ein deutliches Zeichen in einer Affäre, die das britische Königshaus erneut erschüttert: Die Festnahme des ehemaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor (66) vor vier Tagen. Wie jetzt bekannt wurde, hat Premierminister Anthony Albanese (62) seinem britischen Amtskollegen Keir Starmer (63) schriftlich zugesichert, eine mögliche Streichung von Andrew aus der Thronfolge zu unterstützen. Damit ist Australien das erste der 14 sogenannten „Realms“, in denen Charles III. (77) Staatsoberhaupt ist, das sich öffentlich hinter einen solchen Schritt stellt.
Ex-Prinz Andrew wurde nach 12 Stunden wieder entlassen
Hintergrund sind neue Ermittlungen und anhaltende Vorwürfe gegen den Bruder des Königs. Andrew war zuletzt nach der Veröffentlichung weiterer Akten im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) erneut unter Druck geraten. Bereits zuvor hatte ihn der Palast faktisch seiner militärischen Ehren und royalen Schirmherrschaften enthoben. Nun steht sogar seine Position in der Thronfolge zur Debatte – ein Schritt, der nur durch ein Parlamentsgesetz und mit Zustimmung aller 14 Commonwealth-Staaten möglich wäre.
In seinem Schreiben an Starmer betont Albanese, die Vorwürfe seien „schwerwiegend“ und würden in Australien sehr ernst genommen. Man unterstütze jede Initiative, die eine Entfernung Andrews aus der Thronfolge vorsehe. Zugleich verwies er darauf, dass das Recht seinen Lauf nehmen müsse und eine gründliche Untersuchung unerlässlich sei.
Eine Thronfolgen-Änderung erfordert Zustimmung aller Commonwealth-Staaten
Die Debatte hat auch innenpolitische Sprengkraft. Laut aktuellen Umfragen sprechen sich mehr als 80 Prozent der Briten für einen Ausschluss Andrews aus der Thronfolge aus. Mehrere Abgeordnete fordern zudem eine umfassende gesetzliche Untersuchung seiner Verbindungen zu Epstein. Die Regierung in London zeigt sich bislang zurückhaltend, verweist auf laufende Ermittlungen und mahnt zur Geduld.
Brisant ist die Entwicklung auch deshalb, weil jede Änderung der Thronfolge die Zustimmung aller weiteren Commonwealth-Staaten erfordert – darunter Kanada, Neuseeland oder Jamaika. Australien übernimmt nun eine Vorreiterrolle. Dabei hatte das Land 1999 in einem Referendum noch mehrheitlich gegen die Einführung einer Republik gestimmt. Albanese selbst bezeichnet sich zwar als Republikaner, betonte jedoch jüngst seinen Respekt gegenüber König Charles und Königin Camilla. Ein neues Referendum stehe trotz der Affäre nicht unmittelbar bevor.
König Charles betont: „Niemand steht über dem Gesetz“
Für das britische Königshaus ist die Angelegenheit ein weiterer Belastungstest. Während Charles III. betont, niemand stehe über dem Gesetz, wächst der Druck auf die Institution Monarchie insgesamt. Die Frage ist längst nicht mehr nur, was mit Andrew geschieht – sondern wie stabil das System bleibt, das ihn einst so selbstverständlich in die Thronfolge setzte.
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