Schlager-Ersatz

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Dieser Artikel erschien erstmals am 8. Februar um 10:43 Uhr und wurde mit neuen Informationen ergänzt (neuer dritter Absatz).
Anfang Februar teilte RB Leipzig mit, dass Xaver Schlager (28) seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den Verein nach vier Jahren im Sommer verlassen wird. Für diesen Fall haben sich die Roten Bullen im Hintergrund gewappnet. Wie unter anderem die „Bild“ meldete, soll Rocco Reitz von Borussia Mönchengladbach den Österreicher bei den Sachsen ersetzen. Dem Vernehmen nach waren die Gespräche kurz nach der Schlager-Meldung schon weit fortgeschritten.
Laut „Sky“ wurde mittlerweile eine mündliche Einigung zwischen Leipzig und Reitz erzielt. Das bestätigte auch der „Kicker“. Im Raum steht ein Vertrag bis 2031. Nun müssen die Klubs noch eine Übereinkunft finden. Mit einer schnellen Einigung sei aber nicht zu rechnen, so das Magazin, da RB und Gladbach mit ihren Vorstellungen zu weit auseinanderliegen. Die im Arbeitspapier verankerte Ausstiegsklausel werde von den Sachsen als zu hoch gesehen, weswegen diese nicht gezogen werden soll.
Update 10.03., 21.17 Uhr: Der Pay-TV-Sender legte noch einmal mit neuen Informationen nach und meldete, dass die realistische Ablösesumme bei rund 20 Millionen Euro liegen dürfte, weil die existierende Klausel von allen Beteiligten als zu hoch betrachtet werde.
Der 23 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler besitzt einen bis 2028 gültigen Vertrag bei den Fohlen, kann per Option im Sommer jedoch vorzeitig gehen. Zur Höhe ebenjener Klausel kursieren unterschiedliche Angaben. Während die „Bild“ von rund 20 Mio. Euro ausging, schrieb der „Kicker“ von 25 Mio. Euro. „Sky“ ging indes von einer Summe von 25 Mio. bis 28 Mio. Euro aus.
So oder so übertrifft die festgeschriebene Ablösesumme Reitz’ Marktwert in Höhe von 17 Mio. Euro. Der Junioren-Nationalspieler hatte bei Gladbach zuletzt im Februar 2024 verlängert. Seitdem ist seine Taxierung bei Transfermarkt zweimal angehoben worden. Als weitere mögliche Anwärter – mit demnach noch nicht so konkretem Interesse wie Leipzig – wurden auch Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton genannt. Der Gladbacher Kapitän ist in dieser Saison gesetzt und stand in 24 Partien von Beginn an auf dem Feld.

Reitz soll kommen: Schlagers Abschied traf RB Leipzig nicht unvorbereitet
„Ich bedaure die Entscheidung, aber sie ist auch legitim. Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht. Er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft und hat sehr gute Sachen für den Verein geliefert“, sagte RB-Trainer Ole Werner über den feststehenden Abschied Schlagers. Dass diese Personalie für die Sachsen nicht völlig überraschend daherkommt, bestätigte der Coach zugleich: „Wir sind gut darauf vorbereitet, das erwischt uns nicht kalt.“ Schlager war 2022 für 12 Mio. Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet worden und hatte auch mit schweren Verletzungen zu kämpfen, knackte aber dennoch unlängst die 100-Spiele-Marke in Leipzig.
Der auserkorene Nachfolger Reitz meinte noch Ende Oktober via „Bild“: „Jeder Spieler hat definitiv Träume. Von speziellen Klubs, von speziellen Wettbewerben. Im Moment beschäftige ich mich damit überhaupt nicht. Ich bin seit mehr als 16 Jahren Spieler von Borussia. Und da muss schon ganz viel passieren, dass ich da überhaupt ins Grübeln komme, das Kapitel Gladbach zu beenden.“ In Abwesenheit des verletzten Tim Kleindienst trägt Reitz die Kapitänsbinde. 2009 wechselte er im Alter von sieben Jahren zur Borussia und spielt mit Ausnahme von zwei Jahren auf Leihbasis bei VV St. Truiden in Belgien seitdem für die Fohlen.

Leipzig-Coach Werner umriss das Anforderungsprofil für einen Schlager-Nachfolger: „Es ist wichtig für uns, dass wir eine Achse haben, die ein gewisses Grundniveau garantiert, auch wenn die Leistungen der jungen Spieler drumherum schwanken. Daher brauchen wir Spieler, die sehr schnell eine Führungsrolle übernehmen können. (…) Wir brauchen Spieler, die wissen, wie die Liga funktioniert und eine gewisse Erfahrung haben. Die müssen keine 32 Jahre alt sein.“



