BVB: Vorlagen-König Julian Ryerson tritt in Fußstapfen von Pascal Groß

BVB: Vorlagen-König Julian Ryerson tritt in Fußstapfen von Pascal Groß

Elitärer Kreis mit Özil & Co. 

BVB: Vorlagen-König Julian Ryerson tritt in Fußstapfen von Pascal Groß

©IMAGO

Vier Flanken von Julian Ryerson (28), vier Kopfbälle, vier Tore: Der Norweger war beim 4:0-Erfolg von Borussia Dortmund gegen Mainz 05 der Man of the Match und ist mit seinem Vorlagen-Quartett in einen elitären Bundesliga-Kreis vorgestoßen. Dort tritt er nach einem Jahr in die Fußstapfen von Ex-Kollege Pascal Groß (34), was selbst Trainer Niko Kovac entfallen ist.

„Ich persönlich habe das noch nicht erlebt. Ich weiß nicht, ob wir Dortmunder das schon mal erlebt haben“, meinte Kovac nach dem Abpfiff am „Sky“-Mikrofon und ergänzte noch unter der Annahme, dass der letzte Treffer als Eigentor von Dominik Kohr (32) gewertet wird: „Ich glaube, wir haben auch das erste Mal drei Kopfballtore gemacht. Ich weiß nicht, wann wir irgendwann mal mit drei Kopfballtoren in einem Spiel aufblitzen konnten. Das ist umso schöner und es ist so schwierig, zu verteidigen. Kompliment.“

Dabei weist das Kunststück von Ryerson sehr viele Parallelen zu Vorgänger Groß auf. Fast genau ein Jahr ist es her, dass der jüngst zu Brighton zurückgekehrte Mittelfeldspieler ebenfalls viermal auflegte – nicht am 22., sondern am 23. Spieltag. Beim 6:0 gegen Union Berlin, ebenfalls im Signal Iduna Park, wurden auch drei Flanken per Kopf verwertet – Kovac lag hier also auch daneben – und die Nutznießer hießen ebenfalls zweimal Serhou Guirassy (29) und einmal Maximilian Beier (23). Lediglich der vierte Assist war im Gegensatz zu Ryerson ein Pass, erneut zu Guirassy, der damals einen Viererpack schnürte.

Ryerson dritter BVB-Profi mit vier Vorlagen in einem Spiel

Ryerson ist nach Groß und Stan Libuda der dritte Dortmunder, dem vier Vorlagen in einem Spiel gelangen. Insgesamt schafften 20 Bundesliga-Profis das Kunststück, darunter Spieler wie Christopher Nkunku (28), Mesut Özil (37), Thomas Häßler (59) oder Jürgen Grabowski. Ryerson kommt in der laufenden Saison auf elf Vorlagen in 20 Einsätzen, mehr als zuvor in seiner kompletten Bundesliga-Karriere mit neun Assists in 146 Partien. Im Oberhaus liegt nur das Bayern-Duo Michael Olise (24) und Luis Díaz (29) mit 18 bzw. zwölf Vorlagen vor ihm.

„Es gibt viele Dinge. Ich muss den Ball auf den Punkt bringen und die anderen müssen dahinlaufen. Es gibt auch mehrere Dinge, die man nicht sieht, zum Beispiel die Blocks. Wenn wir ein Tor erzielen, machen mehrere Leute einen guten Job. Es ist nicht nur ich oder der, der das Tor schießt – es sind mehrere Leute“, zeigte sich Ryerson aber gewohnt zurückhaltend und ergänzte: „Für mich ging es heute ausschließlich um drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Das klingt vielleicht langweilig, aber genau so muss ich an die Sache herangehen. Für mich zählt nur das nächste Spiel – und das ist Atalanta. Alles andere ist im Moment zu weit weg.“

Dem Schienenspieler kommt auf jeden Fall zugute, dass der BVB bei Standards eine neue Stärke entwickelt hat. „Wir schauen über den Tellerrand hinaus. Wir haben schon in der Hinserie einiges gut gemacht, aber jetzt perfektionieren wir das Ganze. Es ist nicht nur so, dass wir das Tor machen, es ist auch schwierig für einen Torwart, überhaupt an den Ball zu kommen, weil so viele Rote vor ihm stehen. Nicht nur meine Spieler behindern ihn, auch die eigenen Spieler. Deswegen ist das brutal“, bilanzierte Kovac.

Dass sich der BVB die Taktik bei Premier-League-Spitzenreiter Arsenal abgeschaut, das selbst viele wichtige Tore nach Standards erzielt, habe, wies Ryerson zurück. „Ich habe nicht so viel von Arsenal geschaut. Es kann sein, dass andere Vereine sich das abgeschaut haben, aber was wir machen, funktioniert. Ob es Arsenal ist, weiß ich nicht, aber es funktioniert“, sagte der Norweger, dessen Vertrag beim BVB noch bis 2028 gültig ist – doch die Gerüchte reißen nicht ab. Neben Liverpool soll vor allem der FC Barcelona eine Auge auf Ryerson geworfen haben. Die „Bild“ behauptet, dass die Katalanen ihn nach wie vor für den kommenden Sommer auf dem Zettel haben. Ryerson könnte der letzte große Vertrag seiner Karriere winken, der BVB würde ihn aber wohl nur bei einem unmoralischen Angebot ziehen lassen.

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