Florenz trennt sich von Trainer Pioli - Chaos an allen Fronten
Nach nur 14 Spielen ist das Experiment mit Stefano Pioli bei der AC Florenz beendet. Der frühere Milan-Coach wurde von seinen Aufgaben entbunden. Der italienische Klub steckt in einer schweren Krise.
Die Hoffnungen auf einen Neuanfang bei der AC Florenz haben sich schnell zerschlagen. Stefano Pioli, der im Sommer zum Serie-A-Klub kam, musste am Dienstag seinen Hut nehmen. Nach nur 14 Partien endete die zweite Amtszeit des früheren Viola-Profis. Grund war die desaströse Bilanz: Nur vier Punkte aus zehn Ligaspielen und kein einziger Sieg - der schlechteste Saisonstart der Vereinsgeschichte.
Das Debakel offenbarte sich nach der 0:1-Niederlage gegen Lecce am Sonntag, als Fans im Stadion lautstark ihren Unmut äußerten. Pioli gelang es nicht, der Mannschaft die taktischen Grundlagen und Intensität zu vermitteln, die ihn bei Milan erfolgreich machten. Mit 16 Gegentoren verfügt Florenz über eine der schwächsten Abwehren der Liga - unter seinem Vorgänger Raffaele Palladino war sie noch die sechstbeste. Auch offensiv läuft wenig zusammen: Torjäger Moise Kean erzielte diese Saison erst zwei Tore statt wie im Vorjahr 19.
Doch die Probleme reichen tiefer. Klubbesitzer Rocco Commisso hält sich in den USA auf, Sportdirektor Daniele Pradè ist zurückgetreten. Das Stadion wird wegen Umbauarbeiten nur zu 50 Prozent genutzt. Nachwuchstrainer Daniele Galloppa übernimmt vorübergehend, während mehrere Namen für die Nachfolge im Gespräch sind - darunter erneut Palladino. Aus Champions-League-Hoffnungen ist schnell ein Abstiegskampf geworden.