Zweite Chance unter Bedingungen

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Der deutsche Trainer Tonda Eckert soll trotz des Spionage-Skandals beim englischen Zweitligisten FC Southampton bleiben, wenn es nach Klubinhaber Dragan Šolak geht. „Ich denke, er verdient eine zweite Chance, und ich würde sie ihm geben“, sagte der serbische Unternehmer in einem „BBC“-Interview. „Tatsächlich hat er meine volle Unterstützung, denn ich halte ihn für einen außergewöhnlich talentierten Trainer.“
Eine unabhängige Disziplinarkommission der englischen Fußball-Liga (EFL) hatte den Klub wegen der sogenannten „Spygate“-Affäre aus den Championship-Playoffs – und damit von einem möglichen Premier-League-Aufstieg – ausgeschlossen und mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison bestraft. Nach Ansicht der Kommission hatte Eckert seine Mitarbeiter beauftragt, Trainingseinheiten von Gegnern zu beobachten, was der 33-Jährige auch selbst einräumte. Nach den Regularien der EFL ist das allerdings verboten.
Southamptons Eckert erklärt sein Handeln und verweist auf Guardiola
Eckert äußerte sich mittlerweile in einer längeren Videobotschaft an die Fans auf den offiziellen Kanälen des FC Southampton. „In England gelten andere Regeln, und auch die Regeln der EFL sind anders – und ich hätte sie kennen müssen“, sagte er. „Ich hoffe, dass ihr das mit der Zeit verstehen und mir vergeben könnt.“
In Deutschland sei es gängige Praxis, Trainingseinheiten zu beobachten, so der Coach. „Ich möchte das nicht sagen, um irgendetwas zu entschuldigen, was wir getan haben. Ich möchte euch lediglich den Kontext der Fußballwelt vermitteln, in der ich aufgewachsen bin.“ Als Beleg nannte Eckert ein prominentes Beispiel: „Guardiola hat während seiner Zeit beim FC Bayern München darüber gesprochen, dass es in Deutschland gängige Praxis ist, Trainingseinheiten zu beobachten, wohl wissend, dass die Gegner dasselbe tun werden.“
Der Übungsleiter verwies auf seine Jahre in Italien, wo er zwischen Januar 2022 und Juli 2025 als Assistent beim Genua CFC gearbeitet hatte – dort „wurde jede Aufstellung, die für die Spiele ausgewählt wurde, immer in den Medien veröffentlicht. Der Grund dafür ist, dass unsere Trainingseinheiten immer von den Medien und gegnerischen Mannschaften beobachtet wurden.“
„Ich glaube Tonda, dass er nicht wusste, dass er gegen eine Regel verstößt“, meinte Saints-Chef Šolak. „Meine persönliche Meinung und die Meinung des Vorstands ist, dass er ein Trainer ist, den wir unterstützen sollten. Natürlich werde ich mir Rat vom Team holen. Ich werde die Spieler und die Fans befragen. Aber ja, wenn es letztlich meine Entscheidung ist, bleibt er.“
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Eckert sei ein junger, „außergewöhnlich talentierter Trainer“, betonte Šolak und erinnerte daran, dass der Coach den FC Southampton auf Platz 21 übernommen und fast zum direkten Aufstieg geführt habe. „Ich bin ziemlich sicher, dass er, falls die FA ihn sperrt, in Italien oder Deutschland einen dreimal besser bezahlten Job bekommen wird.“ Eckert bedankte sich in seiner Videobotschaft bei Šolak und dem Vorstand für die Unterstützung. „Ich bin ein junger Trainer. Ich habe einen Fehler gemacht und übernehme dafür die volle Verantwortung.“
Verband ermittelt gegen Saints-Trainer Eckert – Šolaks klare Forderung
Voraussetzung für eine Weiterbeschäftigung Eckerts in England ist, dass er nicht vom nationalen Fußballverband gesperrt wird. Die Ermittlungen laufen. „Ich kann ihn unterstützen, selbst wenn er gesperrt wird“, sagte Šolak und kündigte an, dass der Verein in dem Fall Berufung einlegen würde. „Aber ich kann ihn nicht als Trainer einsetzen, wenn er gesperrt ist.“
Eine weitere Strafe für Eckert wäre laut Šolak nicht fair. „Für welches Vergehen auch immer man verurteilt wird – man sollte nur einmal bestraft werden. Ich denke, wir wurden übermäßig bestraft. Die Strafe für den Verein war hart und völlig unverhältnismäßig zu dem Fehler, den wir gemacht haben. Wir haben die Chance verloren, 200 Millionen Pfund (rund 231 Millionen Euro) zu gewinnen.“
Zugleich formulierte Šolak eine klare Forderung an seinen Coach: „Ich sagte ihm: ‚Du hast mir fast das Herz gebrochen. Wenn du das noch einmal machst, bringst du mich um. Wenn ich dich im Juli das nächste Mal sehe und du das EFL-Regelwerk nicht auswendig kennst, kannst du nicht mehr für mich arbeiten. Denn wir können uns keinen weiteren Fehler leisten.“ Er hoffe, dass Eckert aus dieser Erfahrung lerne.
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