FC Bayern sauer auf Schiri: „Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion“

FC Bayern sauer auf Schiri: „Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion“

DFB konterte Hoeneß‘ Kritik 

FC Bayerns Schiri-Wut mündet in Einspruch gegen Díaz' Platzverweis

©IMAGO

Dieser Artikel erschien bei Transfermarkt in seiner ersten Fassung am 14.03. um 19:44 Uhr und wurde am Sonntag mit der Reaktion des DFB und dem Einspruch des FC Bayern aktualisiert.

Zwei aberkannte Tore, zwei Platzverweise und am Ende einen Punkt erkämpft: Nach dem 1:1 (0:1) bei Bayer 04 Leverkusen schwankte die Gefühlslage von Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern zwischen Stolz und Wut. Vor allem die Gelb-Rote Karte für Ausgleichsschütze Luis Díaz sorgte für Unverständnis beim Rekordmeister. Nun steht fest: Die Münchner erheben Einspruch, wie „Sky“ berichtet.

„Wir betrachten die Entwicklung der letzten Wochen mit Sorge“, sagte Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen dem TV-Sender über die Schiedsrichterleistungen insgesamt. Speziell für das Spiel gegen Bayer 04 gelte: „Die Leistung in Leverkusen war der Höhepunkt einer Phase, in der wir immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert waren. Ob beim HSV, in Dortmund oder in Leverkusen – es gab eben immer wieder strittige Szenen, die oft gegen uns liefen. Der DFB ist gefordert, das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern. Dass Christian Dingert seinen Fehler eingesteht, ist ehrenwert, aber das alleine hilft uns nicht.“

Bayern-Trainer Vincent Kompany hatte die umstrittene Szene mit Díaz in der 84. Minute kritisiert und nach der Partie gesagt: „Das kann ich nicht verstehen. Ich habe immer Respekt für die Unparteiischen, aber das war eine Fehlentscheidung, die für viel Frust gesorgt hat. Warum er die Rote bekommt, weiß keiner im Stadion.“

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Feuerherdt: „Sprechen keineswegs von skandalträchtigen Fehlern“

Der Deutsche Fußball-Bund reagierte derweil auf die scharfe Schiedsrichter-Kritik, die von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß kam. „Das können wir nicht bestätigen. Vor allem die Spiel-relevanten Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar – mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte, wie Schiedsrichter Christian Dingert ja auch selbst eingeräumt hat“, sagte Schiedsrichtersprecher Alexander Feuerherdt der „AZ“. Hoeneß hatte nach der turbulenten Partie mit zwei Platzverweisen und zwei aberkannten Bayern-Toren in der „Bild“ gepoltert: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“

Feuerherdt reagierte mit Unverständnis auf das vernichtende Urteil des 74-Jährigen. „Vielleicht hat es die Meinung von Uli Hoeneß beeinflusst, dass die Mehrheit dieser Spiel-relevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde. Aber wir sprechen hier ja keineswegs von skandalträchtigen Fehlern“, sagte der Kommunikationschef der Schiri GmbH.

Referee Dingert zu Gelb-Rot für Díaz: „Sehr hart“

Díaz war im Strafraum von Leverkusens Torwart Janis Blaswich leicht am Bein getroffen worden. Der Kolumbianer ging zu Boden, stand aber sofort wieder auf und forderte auch keinen Elfmeter. Schiedsrichter Dingert zückte dennoch die zweite Gelbe Karte für den Stürmer. „Das ist im Leben keine Schwalbe“, schimpfte Joshua Kimmich.

Selbst Dingert räumte nach dem Abpfiff ein, dass „Gelb-Rot sehr hart“ gewesen sei. „Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben“, sagte der vielbeschäftigte Schiedsrichter, der den Münchnern in dem rasanten Topspiel gleich zwei Treffer von Jonathan Tah und Rückkehrer Harry Kane wegen eines jeweils vorangegangenen Handspiels aberkannte.

„Es hat sich so angefühlt, dass alles, was fifty-fifty war, gegen uns entschieden wurde“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Vor allem beim aberkannten Kane-Treffer fühlten sich die Bayern benachteiligt. „Für mich ist es kein Handspiel. Er dreht sich weg. Ich finde nicht, dass der Arm extrem weit weg vom Körper ist“, sagte Tah.

Kompany lobt FC Bayerns Charakter und Mentalität

Trotz doppelter Unterzahl – Nicolas Jackson hatte bereits in der 42. Minute wegen eines groben Foulspiels glatt Rot gesehen – und der nicht gegebenen Tore erkämpfte sich der Tabellenführer am Ende einen verdienten Punkt. „Wir haben 1:1 gewonnen“, befand Eberl. Und Kompany resümierte: „Ich bin unglaublich stolz auf den Charakter und die mentale Leistung der Mannschaft.“ Vier Tage nach der 6:1-Gala im Königsklassen-Achtelfinale bei Atalanta überzeugte der Bundesliga-Primus vor allem kämpferisch. Auf dem Weg zum 35. Meistertitel verfügen die Bayern nach dem Remis bei neun Punkten Vorsprung vor Verfolger Borussia Dortmund weiter über ein komfortables Polster.

Dass es für die Münchner nicht die zweite Saison-Niederlage gab, lag auch am Chancen-Wucher der Leverkusener und vor allem am starken Bayern-Torwart Sven Ulreich, der aufgrund der Verletzungen von Stammtorhüter Manuel Neuer und dessen Vertreter Jonas Urbig zu seinem Comeback nach eineinhalb Jahren kam. Der 37-Jährige verhinderte nach dem frühen Rückstand durch Aleix García (6.) mit mehreren Glanzparaden weitere Gegentreffer. „Es war für mich ein besonderes Spiel. Dass wir am Ende einen Punkt mitnehmen, ist eine schöne Geschichte“, sagte Ulreich. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Eberl.

Jackson schwächt die Bayern

Ganz anders Jackson, der kurz vor der Pause nach einem rüden Foul an Martin Terrier die Rote Karte sah. Auch in dieser Szene hatte sich der VAR aus dem Kölner Keller gemeldet. „Darüber muss man nicht diskutieren. Er kommt zu spät und trifft den Knöchel“, sagte Eberl. In Überzahl vergab Bayer etliche Chancen. So brachten Malik Tillmann und Patrik Schick den Ball allein vor Ulreich nicht im Tor unter. Als Jonas Hofmann in der Nachspielzeit dann doch noch traf, meldete sich erneut der VAR: Abseits. Nicht nur García haderte daher mit dem Ausgang der Partie: „Wir hätten drei Punkte verdient gehabt.“

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