Ablösefrei statt geringer Summe?

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Der Artikel erschien in erster Fassung um 11:46 Uhr und wurde mit neuen Infos aktualisiert.
Leon Goretzka wird den FC Bayern womöglich doch noch nicht zeitnah in Richtung Madrid verlassen. Nachdem die Sportzeitung „Marca“ berichtet hatte, dass Atlético sich mit den Münchnern auf einen Wintertransfer des Mittelfeldspielers geeinigt habe, standen die Zeichen am Donnerstagabend doch eher auf Verbleib. „Sky“ in Deutschland und „Relevo“ in Spanien berichteten, dass es so aussehe, als werde der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler nicht mehr im Januar wechseln. Bis zum 2. Februar, dem Deadline Day für den Winter-Transfermarkt, hat Atlético noch Zeit, die Bayern umzustimmen. Ansonsten würden die Spanier an einem ablösefreien Goretzka-Transfer im Sommer arbeiten.
Update 30.01.: Am Freitag bestätigten der FC Bayern und Goretzka, dass der Spieler die Saison in München beenden und nicht im Winter wechseln wird. – Zu den Aussagen.
Dann endet der Vertrag des Nationalspielers, weshalb die für den Winter kolportierte Ablöse bereits überschaubar war. Der „Marca“ zufolge hätten die Rojiblancos in Person von Sportdirektor Mateu Alemany, der zum Wochenbeginn in München weilte, diese auf 2 Millionen bis 3 Millionen Euro gedrückt. Später war noch von maximal 5 Mio. Euro zu lesen gewesen. Die Bayern sollen eher 10 Mio. Euro im Sinn gehabt haben, die bei einem kolportierten Gehalt von 8,5 Mio. Euro brutto für die Dauer der Rückrunde utopisch erscheinen. Sollte es bis Beginn der kommenden Woche doch noch zu einem Wechsel kommen, plant der Rekordmeister laut „Sky“, keinen Ersatz zu verpflichten. Das gesparte Geld solle dann in die teuren Vertragsverlängerungen mit Harry Kane (32) oder Dayot Upamecano (27) fließen.
Kommt es noch zum Transfer, würde Goretzka der wertvollste feste Winterabgang der Münchner seit Erhebung der Marktwerte im Jahr 2004 werden. Bislang war es Sandro Wagner, der im Januar 2019 mit einem Marktwert von 8 Mio. Euro zum chinesischen Klub TJ Jinmen Tiger wechselte. Der Nationalspieler wird aktuell mit 15 Mio. Euro bewertet.
Goretzka absolvierte für den Rekordmeister bislang 292 Spiele, war an 95 Toren direkt beteiligt und holte seit seinem ablösefreien Wechsel vom FC Schalke im Sommer 2018 13 Titel – darunter das Triple 2019/20. Seinen höchsten Marktwert hatte er 2021 mit 70 Mio. Euro, seitdem erhielt er sechs Abwertungen, während er bei den Bayern als einer der Topverdiener ins zweite Glied rutschte. Atlético soll indes bereit sein, Goretzkas Bayern-Gehalt für die Dauer der Rückrunde komplett zu übernehmen. Zudem winkt dem Bochumer Eigengewächs, das am 6. Februar seinen 31. Geburtstag feiert, ein bis 2028 datierter Vertrag.
Goretzka 4. Transfer zwischen FC Bayern und Atlético Madrid
Zwischen den Münchnern und Atlético wäre Goretzka der vierte Transfer. An die Säbener Straße wechselte Lucas Hernández im Sommer 2019 für 80 Mio. Euro Ablöse als damaliger Rekordeinkauf, zuvor zog es Mario Mandžukić 2014 für 22 Mio. Euro und Adolfo Valencia 1994 für 2,25 Mio. Euro von Bayern nach Madrid. Für Goretzka wäre es die erste Station außerhalb Deutschlands. „Ein Schritt raus wäre auch ein Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung. Etwas Neues kennenzulernen, das würde auch mein Leben bereichern“, sagte Goretzka im Interview mit der „Zeit“. Bei Atlético wäre er der Ersatz für Conor Gallagher, der für 40 Mio. Euro nach Tottenham wechselte.
Im Bayern-Kader wäre das Mittelfeld auch bei einem Abgang Goretzkas mit Aleksandar Pavlovic, Joshua Kimmich, Tom Bischof und Raphaël Guerreiro sowie Konrad Laimer, die in der Zentrale aushelfen können, stark besetzt. Hinzu kommen Talente wie David Santos Daiber und Felipe Chávez.



