Die wertvollsten Neuen sind Leihen

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Das Winter-Transferfenster hat der Bundesliga 50 Zugänge beschert. Für feste Transfers und Leihen zahlten die Klubs 99 Mio. Euro – Manchester City allein zahlte für Antoine Semenyo und Marc Guéhi 95 Mio. Euro. Im internationalen Ausgabenvergleich belegt das deutsche Oberhaus den sechsten Platz vor der Saudi Pro League (93 Mio.) und hinter der Ligue 1 (105 Mio.).
Den mit 17 Mio. Euro Ablöse teuersten Neuen, RB Leipzigs Abdoul Koné, werden die Fans erst ab 2026/27 in Deutschland sehen, denn das Abwehrtalent wird die Saison bei Stade Reims beenden. In die Top-Elf der wertvollsten Zugänge hätte er es ohnehin nicht geschafft. Die drei Spieler mit dem höchsten Marktwert wurden diesmal nur geliehen, was wohl auch daran liegt, dass Schwergewichte wie der FC Bayern und der BVB gar nicht investiert haben und Bayer Leverkusen lediglich minimal nachbesserte.

Zehn Bundesliga-Klubs haben für eine Mio. oder mehr eingekauft. Das meiste Geld nahm der strauchelnde VfL Wolfsburg in die Hand. Für 25 Mio. Euro kamen fünf Spieler, von denen es Jonas Adjetey, für den 9,5 Mio. Euro nach Basel gingen, und Bayer-Leihe Jeanuël Belocian in die Top-Elf schaffen. Den mit 28 Mio. Euro wertvollsten Spieler stellen die Leipziger mit Brajan Gruda. Am Deadline Day wurde er überraschend für den Rest der Saison per Leihe von Brighton geholt – Kostenpunkt 1 Mio. Euro.
Dahinter folgt Eintracht Frankfurts Arnaud Kalimuendo, für dessen Kurzzeitengagement 1,5 Mio. Euro Leihgebühr nach Nottingham flossen. Der Franzose soll Torjäger Jonathan Burkardt ersetzen. Die SGE ist dreifach in dieser Top-Elf vertreten, hat aber insgesamt fünfmal zugegriffen: Younes Ebnoutalib kam für 8 Mio. Euro vom Zweitligisten Elversberg und Ayoube Amaimouni-Echghouyab für 200.000 Euro vom Drittligateam der TSG Hoffenheim – sie sind nicht in der Auswahl dabei. Alle drei neuen Eintracht-Stürmer haben bereits getroffen, konnten den miserablen Start ins Jahr 2026 mit zwei Remis und fünf Niederlagen jedoch nicht verhindern.
Der HSV, der sechs Zugänge verzeichnete, wartet seit sechs Bundesliga-Spielen auf einen Dreier. Wirklich neu sind für die Fans davon lediglich vier, denn Otto Stange kehrte frühzeitig von seiner Leihe aus Elversberg zurück und kommt mit einer sensationellen Quote im Gepäck: Für seine fünf Torbeteiligungen benötigte er nur 309 Spielminuten. Unter den Winterzugängen der Hamburger hat Stange mit 2,5 Mio. Euro den niedrigsten Marktwert.
Die Leihspieler Albert Grønbaek (Rennes), ebenfalls Mitglied der Top-Elf, Damion Downs (Southampton) und Philip Otele (Basel) sowie die fest verpflichteten Sander Tangvik (Rosenborg) und Warmed Omari (Rennes) steigern den Kaderwert um 26 Mio. auf 146 Mio. Euro. Omari ist nur auf dem Papier ein Zugang, denn er wurde nach sechsmonatiger Leihe fest verpflichtet.
Ein Blick auf die Top-Elf zeigt, dass hauptsächlich die Klubs im Winter aktiv wurden, die ihren Tabellenplatz für ausbaufähig halten.



