Michaël Cuisance: Vom Wunderkind zum gereiften Leader bei Hertha BSC
Der französische Mittelfeldstar hat bei Hertha BSC zu sich selbst gefunden. Nach schwierigen Jahren beschreibt der 26-Jährige, wie Familie, mentales Training und echte Arbeitsmoral ihm zurück zur Freude am Fußball halfen.
Michaël Cuisance war einmal das große Talent – technisch brilliant, aber mit dem Ruf, zu wenig aus seinen Möglichkeiten zu machen. Heute steht der französische Mittelfeldspieler bei Hertha BSC für etwas anderes: Stabilität, Reife und gewachsene Verantwortung. Im Interview mit Transfermarkt blickt der 26-Jährige offen auf seinen Weg zurück zur Freude am Fußballspielen.
Besonders die Zeit bei Venedig war ein Wendepunkt. Nachdem der Klub ihn nach dem Abstieg nicht freigeben wollte, verlor Cuisance die Lust am Spiel – eine Erkenntnis, die ihm zeigt, dass Talent allein nicht ausreicht. "Alles Talent dieser Welt hilft dir nicht weiter, wenn du nicht zusätzlich bereit bist, jeden Tag hart zu arbeiten", sagt er selbstbewusst. Der Kurswechsel kam über Umwege: Erst ein halbes Jahr bei Sampdoria, dann der Wechsel zu Osnabrück, wo Trainer Tobias Schweinsteiger ihm Kontinuität gab und sein Vertrauen zurückbrachte.
In der Hauptstadt hat Cuisance seinen Platz endgültig gefunden. Parallel zur sportlichen Stabilität investierte er intensiv in mentales Training und Personalcoaching – ein Bewusstsein, das er früher vermisst hatte. Die Geburt seines Sohnes veränderte seine Prioritäten nachhaltig, die Familie wurde zur Kraftquelle. "Ich bin heute die beste Version meiner selbst – der 'Happy Micka'", erklärt er mit Blick auf die Freiheit, die er sich selbst schaffen gelernt hat. Bei Hertha sieht er sich mittlerweile als Führungsspieler an, der jungen Talenten wie Kennet Eichhorn mit Rat zur Seite steht – geleitet von den Lektionen seiner eigenen Irrwege.