Iran beruft Ex-U19-Nationalstürmer Eckert Ayensa in den Kader

Iran beruft Ex-U19-Nationalstürmer Eckert Ayensa in den Kader

In der U19 für DFB aktiv 

Iran beruft Ex-U19-Nationalstürmer Eckert Ayensa in den Kader

©IMAGO

Dieser Artikel erschien in erster Fassung am 21.03.2026 um 09:55 Uhr und wurde mit Informationen zu einem Ausschluss Azmouns aktualisiert.

Der in Bonn geborene Stürmer Dennis Eckert Ayensa ist in den Kader der iranischen Nationalmannschaft berufen worden. „Eckert wurde ins Trainingslager eingeladen und wird nach Erhalt der erforderlichen FIFA-Genehmigungen die Möglichkeit erhalten, im Trikot der iranischen Nationalmannschaft aufzulaufen“, heißt es in einer Mitteilung des iranischen Fußballverbands (FFI). Der ehemalige Leverkusener Sardar Azmoun scheint dagegen aus politischen Gründen aus dem Aufgebot gestrichen worden zu sein.

Der 29-jährige Eckart Ayensa hat einen deutschen Vater iranischer Abstammung und eine spanische Mutter. Seine Tante ist die renommierte iranische Schauspielerin Anahita Dargahi. Eckert Ayensa spielte unter anderem für den spanischen Erstligisten Celta Vigo sowie für den FC Ingolstadt 04 in der zweiten und dritten Liga. Seit 2022 ist er in Belgien aktiv, zunächst für Union Saint-Gilloise und seit 2024 bei Standard Lüttich. Dort ist er in dieser Saison Stammkraft, kommt in 28 Partien auf fünf Tore.

Nicht der erste in Deutschland geborene Nationalspieler Irans

Eckert Ayensa ist der fünfte in Deutschland geborene Spieler mit persischen Wurzeln in der Geschichte der iranischen Nationalmannschaft. Vor ihm liefen Ferydoon Zandi, der heutige Rostocker Sportchef Amir Shapourzadeh, Daniel Davari und Ashkan Dejagah für das Land auf. Während Dejagah zeitweise sogar Kapitän war, blieben die anderen drei weniger erfolgreich. Eckert Ayensa lief einmal für die deutsche U19-Nationalmannschaft auf, in der Jugend war er erfolgreich für Borussia Mönchengladbach am Ball, kam aber nie in der ersten Mannschaft der Fohlen zum Einsatz.

Das von Cheftrainer Amir Ghalenoei nominierte 35-köpfige Aufgebot soll für zwei Vorbereitungsspiele in die Türkei reisen, wo Partien gegen Nigeria und Costa Rica geplant sind, so der FFI laut Nachrichtenagentur „Isna“. Ob diese Spiele tatsächlich als Vorbereitung auf die kommende WM dienen, ließ der FFI offen. Nach den jüngsten Militärangriffen der USA und Israels hatte der FFI zunächst angekündigt, auf eine WM-Teilnahme zu verzichten. Später hieß es jedoch, Iran werde antreten – allerdings unter der Bedingung, die drei Vorrundenspiele in Mexiko austragen zu wollen.

Azmoun wohl wegen „Illoyalität“ gestrichen

Nicht mehr Teil des Kaders für die anstehenden Länderspiele scheint der frühere Bundesliga-Profi Azmoun zu sein. Laut der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“, die der Revolutionsgarde nahestehen soll, habe sich Azmoun illoyal gegenüber der Regierung verhalten. Hintergrund sei ein Foto des in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiven Stürmers, das der 31-Jährige bei Instagram postete. Es zeigt ihn bei einem Treffen mit dem Herrscher Dubais, Mohammed bin Rashid Al Maktoum. Iran hatte nach den Angriffen auf das eigene Land selbst auch die Emirate unter Beschuss genommen.

Azmoun ist der beste Torschütze in der jüngeren Geschichte der iranischen Auswahl. 57 Treffer erzielte er in 91 Länderspielen seit 2014. In der TM-Datenbank wird nur Stürmerikone Ali Daei (110 Tore in 153 Spielen) mit mehr Treffern gelistet (zu den meisteingesetzten und treffsichersten iranischen Nationalspielern). Schon 2022 hatte es Gerüchte darüber gegeben, Azmoun könne aus der Nationalelf ausgeschlossen werden. Im Zuge von Protesten in seiner Heimat hatte er sich kritisch hinsichtlich der Gewalt gegenüber Demonstrierenden geäußert: „Schämt euch, die ihr Menschen so leicht tötet. Lang leben die iranischen Frauen.“

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