Keine Gegenstimme aus Bundesliga: DFL führt U21-Liga ein

Keine Gegenstimme aus Bundesliga: DFL führt U21-Liga ein

Für bessere Nachwuchsförderung 

Keine Gegenstimme aus Bundesliga: DFL führt U21-Liga ein

©IMAGO

Die Deutsche Fußball Liga will die Nachwuchsförderung mit einer U21-Liga stärken. Die Mitgliederversammlung beschloss am Dienstag ohne Gegenstimme die Einführung des Wettbewerbs für die Vereine der Bundesliga und 2. Liga zur Saison 2026/27. Die U21-Liga ist ein freiwilliges Zusatzangebot für die 36 Klubs und ergänzt das bestehende Ligensystem, ohne dass zweite Mannschaften ausgegliedert werden.

„Eine Top-Nachwuchsentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Bundesligen. Allerdings sind die Ergebnisse im Nachwuchs- und Übergangsbereich in den vergangenen Jahren nicht ausreichend. Unzureichende Spielzeit für Talente ist einer der durch Experten und Kommissionen identifizierten Gründe. Mit dem neuen U21-Zusatzwettbewerb schaffen wir kurzfristig eine zusätzliche Möglichkeit, Talenten mehr Einsatzzeit auf Wettbewerbsniveau zu bieten und ihre Ausbildungszeit gezielt zu verlängern. Weitere Maßnahmen müssen und werden folgen“, erklärte DFL-Geschäftsführer Marc Lenz.

Die U21-Liga wird in zwei eigenständigen Serien ausgetragen, deren beste Mannschaften sich für ein Finalturnier qualifizieren. Gespielt werden soll wie im Europacup im Schweizer Modell, der Ansatz ähnelt also der Premier League 2. In einer Halbserie soll jeder Teilnehmer aber nur zwischen drei und sechs Spielen gegen unterschiedliche Gegner austragen. Den genauen Ablauf will die DFL erst in den kommenden Wochen nach einer Befragung der Vereine ausarbeiten. Eine verbindliche Anmeldung für die erste Halbserie von August bis Dezember muss daher erst bis zum 15. Juni erfolgen.

Für die U21-Liga werden keine zusätzlichen Teams geschaffen. Sie stellen sich vielmehr aus Spielern im Übergangsbereich der Altersklassen U17 bis U21 zusammen. Um den Vereinen größtmögliche Flexibilität zu bieten, sollen die Kader erst kurz vor den jeweiligen Spielen gemeldet werden müssen. Außerdem dürfen auch bis zu vier ältere Spieler pro Verein auflaufen. So können sich die Talente mit gestandenen Profis messen, die wiederum etwa nach einer Verletzung in der U21-Liga Spielpraxis sammeln können.

Neue U21-Liga wird ohne Zuschauer stattfinden

Um Reisekosten und zeitliche Belastungen zu minimieren, können die Partien auch auf neutralen Plätzen stattfinden, wenn die Städte weiter auseinanderliegen. Zudem soll eine variable Terminierung geboten werden. Zuschauer werden in der U21-Liga nicht zugelassen sein, um die Organisation zu vereinfachen. Beim Finalturnier im Sommer 2027 könnte dies jedoch anders aussehen. Eine Austragung mit Zuschauern und medialer Vermarktung wird geprüft.

Die U21-Liga wird vor allem Klubs wie RB Leipzig, Bayer Leverkusen oder VfL Wolfsburg zugutekommen, die nicht mehr über eine zweite Mannschaft verfügen. Die Teilnehmer an der Youth League könnten hingegen aufgrund des schon engen Rahmenkalenders in der ersten Halbserie auf eine Teilnahme verzichten.

Die Einführung der U21-Liga ist das erste große Ergebnis der im vergangenen Oktober eingesetzten Expertengruppe zur sportlichen Zukunft des deutschen Fußballs, die künftige Schwerpunkte der Fußballentwicklung sowie ein Maßnahmenpaket ausarbeiten soll. Dazu gehören Größen wie RB-Fußballchef Jürgen Klopp, Bayern-Sportvorstand Max Eberl, SGE-Sportvorstand Markus Krösche, DFL-Geschäftsführer Marc Lenz, DFB-Sportgeschäftsführer Andreas Rettig oder 2014er-Weltmeister Sami Khedira.

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