Saudi-Liga unter Druck: Sparmaßnahmen und neue Strategie
Die saudische Liga muss ihre Ambitionen anpassen. Nach großzügigen Star-Verträgen zeichnet sich ein Strategiewechsel ab: Statt teurer Legionäre sollen künftig Trainer und Nachwuchsförderung im Fokus stehen.
Die saudi-arabische Pro League steht an einem Wendepunkt. Nachdem die Liga mit Millionen-Verträgen für etablierte Superstars wie Cristiano Ronaldo global Aufmerksamkeit erregen wollte, zeichnet sich nun ein Umschwung ab. Experten deuten darauf hin, dass künftig weniger Geld für spektakuläre Einzelverpflichtungen zur Verfügung stehen könnte.
Der Grund liegt in der wirtschaftlichen Realität: Trotz der Star-Präsenz konnte die Liga bislang keine nennenswerten Einnahmen durch TV-Rechte generieren. Auch die Zuschauereinnahmen bleiben mit durchschnittlich 8.000 Besuchern überschaubar. Saudische Clubs sehneiden zudem bei der Vermarktung von Merchandise und Sponsoring schwach ab. Das Ergebnis: Ein Milliardendefizit, das sich bei fallenden Ölpreisen verschärft.
Beobachter rechnen damit, dass Saudi-Arabien seinen Fokus umorientiert: Weniger spektakuläre Millionen-Verträge für etablierte Stars, dafür mehr Investitionen in Trainerstäbe, Nachwuchsförderung und Stadioninfrastruktur. Ein langfristiger Aufbau statt kurzfristige Effekthascherei. Ob dieser Kurs zum Erfolg führt, bleibt offen – etablierte Ligen weltweit ruhen sich unterdessen nicht aus.