Torgefährlichste Innenverteidiger

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Mit einem souveränen 5:1-Sieg gegen Genk zog der SC Freiburg am Donnerstagabend erstmals ins Viertelfinale der Europa League ein (hier geht’s zum Spielbericht mit allen Stimmen). Einer der Garanten für den „magischen Abend“ im Breisgau (Zitat Vincenzo Grifo) war Abwehrspieler Matthias Ginter, der mit zwei Scorern erneut seine Offensivqualitäten unterstrich. Im Anschluss an die Partie äußerte sich der 32-Jährige auch zur Nicht-Nominierung für die DFB-Auswahl von Trainer Julian Nagelsmann – und gab sich kämpferisch.
Ginter zählt mit fünf Scorerpunkten zu den torgefährlichsten Innenverteidigern der Bundesliga, gegen Genk schaffte er seine Europa-League-Torbeteiligungen zwei und drei. Nimmt man die Werte aus Liga- und Europapokal zusammen, weisen unter allen Innenverteidigern der Top-5-Ligen lediglich Tottenhams Cristian Romero (10 Scorer) und Arsenals Gabriel (9) bessere Scorer-Werte auf. Ginter teilt sich in diesem Ranking Platz 3 mit Liverpools Virgil van Dijk, Tottenhams Micky van de Ven und Juventus‘ Pierre Kalulu, der teils aber auch als Schienenspieler eingesetzt wird.
Der Routinier spielt „vielleicht eine meiner besten Saisons“, wie er kürzlich im Transfermarkt-Interview reflektierte. Eine Berufung in den DFB-Kader für die WM-Tests gegen die Schweiz und Ghana blieb am Donnerstag dennoch aus.
Freiburgs Ginter telefonierte mit Bundestrainer Nagelsmann
Im Anschluss an die Genk-Partie berichtete Ginter von einem Telefonat mit Bundestrainer Nagelsmann. „Es war auch nicht so, dass ich vor dem Spiel heute schlecht gespielt habe. Wir haben am Dienstag telefoniert. Es ist natürlich enttäuschend. Es waren jetzt mein achter und neunter Scorer. Soweit ich gehört habe, ist es noch nicht endgültig. Also schauen wir mal.“
Der Führungsspieler des SC, der Anfang des Jahres ein Jubiläum anlässlich seines 400. Bundesliga-Spiels feierte, lieferte zuletzt konstant Top-Leistungen und gibt die Hoffnung auf eine Chance und eine mögliche vierte WM-Teilnahme nicht auf. „Das Gespräch war, wie man heute erfahren hat, nicht so toll. Es ist keine unfaire, sondern eine sportliche Entscheidung. Trotzdem ist es enttäuschend. Aber es gibt wieder Chancen und es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.“ Letzteres betonte auch der Bundestrainer auf einer Pressekonferenz. „Matze Ginter spielt eine sehr gute Saison. Wir können nicht alle immer mitnehmen und jedem die Chance geben, aber versuchen schon, dass viele die Chance haben, sich auch zu zeigen. Der Zug ist nicht abgefahren.“

Im TM-Interview hatte sich der 51-fache Nationalspieler und Weltmeister von 2014 Ginter zu Beginn des Jahres ausführlich zum Thema DFB-Auswahl geäußert:
„Die Nationalmannschaft war für mich immer eine riesige Ehre, für die ich gelebt und immer alles gegeben habe. Ich hatte neuneinhalb unfassbar schöne Jahre dort, in denen ich zwei Titel und eine olympische Medaille gewinnen durfte. Da waren sehr viele schöne Erlebnisse dabei. Dann kam damals Monate vor der Heim-EM meine bislang fast einzige Verletzung, mit der ich dieses Thema Nationalmannschaft abgeschlossen hatte. Allerdings hatte ich auch nicht gedacht, dass ich danach in meinem Alter nochmal so zurückkomme. (lacht) Ich spiele aktuell vielleicht eine meiner besten Saisons der Karriere, auf jeden Fall die konstanteste, bekomme sehr viel gutes Feedback. Das ist das, was ich machen und beeinflussen kann. Das zeigt aber auch, dass neben der Leistung offensichtlich viele Faktoren eine Rolle spielen, wie vielleicht das Alter, vielleicht das gewünschte Positionsprofil oder auch einfach das Standing. Ich war jetzt, obwohl es die letzten Jahre nicht immer gut lief oder auf meiner Position viel ausprobiert wurde, kein einziges Mal dabei. Deshalb bin ich da ehrlicherweise der falsche Ansprechpartner, ich habe in meiner Karriere aber auch schon schlechter gespielt und war dabei.“



