Mit 19 Stammkraft in Augsburg

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Noahkai Banks vom FC Augsburg gehört in dieser Saison zu den Rising Stars in der Bundesliga: Der 19 Jahre alte Innenverteidiger hat sich einen Stammplatz bei seinem Jugendverein erobert und seinen Marktwert von 6 Millionen auf aktuell 15 Millionen Euro gesteigert. Der gebürtige Hawaiianer spielt seit der U17 für den US-amerikanischen Verband und wurde im September erstmals für die A-Nationalelf nominiert – das Debüt blieb aber aus. Banks wäre auch für den DFB spielberechtigt, und gegenüber Reportern, unter diesen auch Transfermarkt.us, äußerte sich das Top-Talent unter der Woche darüber.
„Ich hatte schon vorher Kontakt zum deutschen Verband, um ehrlich zu sein“, sagte Banks, als er gefragt wurde, ob Bundestrainer Julian Nagelsmann sich schon mal bei ihm gemeldet hat. Nach den Verlusten von talentierten Spielern mit doppelter Staatsbürgerschaft wie Kenan Yıldız (20) oder Can Uzun (20) will der DFB Maßnahmen ergreifen, diesen Abfluss in andere Länder einzudämmen. Dazu würde auch der Kontakt zu Banks passen. „Ich war immer sehr glücklich mit den USA“, so Banks weiter, der eine Tür offenließ. „Man kann nicht sagen, was in Zukunft passieren wird. Aber im Moment denke ich nicht daran zu wechseln oder so etwas, weil ich mit den USA zufrieden bin. Dennoch kann man nie wissen, was die Zukunft bringt.“
Es klingt so, als müsste der DFB schon sehr überzeugende Argumente vorbringen, um Banks zum Wechsel zu bewegen. Die Vereinigten Staaten hingegen wären sicherlich froh, wenn Banks den USA treu bleiben würde. Schließlich ist der 19-Jährige nach Ex-Bayer Chris Richards (25, Crystal Palace), der mit 25 Mio. Euro Marktwert taxiert ist, bereits der zweitwertvollste Innenverteidiger, der für die US-Nationalelf spielberechtigt ist. Bei seinen Nominierungen für die Jugendauswahlen habe Banks „viele Freunde“ gefunden und freue sich immer, „wenn ich zum Trainingslager komme und sie dort sehe. Ich habe an der U17-Weltmeisterschaft (2023; Anm. d. Red.) teilgenommen, was unglaublich war und zu den besten Erfahrungen meines Lebens zählt. In die Nationalmannschaft zu kommen, ist, wie meine Freunde zu treffen und mit ihnen Fußball zu spielen.“
Augsburgs Banks, die Frage nach der WM 2026 und sein Traumverein
Könnte die Teilnahme an der WM 2026 Deutschland oder den Vereinigten Staaten die Tür öffnen, um den aufstrebenden Verteidiger an sich zu binden? „Wie ich schon oft gesagt habe, denke ich, dass es für mich nicht der richtige Zeitpunkt ist, über die Weltmeisterschaft nachzudenken, weil wir so viele Spiele und Ziele für die Saison haben“, sagte Banks, als er mit der Frage konfrontiert wurde, ob er über das Turnier nachdenkt. „Ich konzentriere mich wirklich nur auf die Spiele, die wir hier haben. Dann werden wir sehen, was im Sommer passiert. Aber das ist momentan nicht mein Hauptaugenmerk. Mein Hauptaugenmerk liegt darauf, die Saison mit Augsburg stark zu beenden.“

Das Spiel gegen Heidenheim am Sonntagnachmittag (zum Liveticker) ist Banks‘ 18. in der Bundesliga in dieser Saison und sein 26. für die FCA-Profis. „Es war bisher ein großartiges Jahr“, findet der Abwehryoungster. „Denn ich hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, so viel zu spielen. Die Trainer haben mir so viel Vertrauen geschenkt und mir so viel Spielzeit gegeben. Ich habe so viel mehr Selbstvertrauen gewonnen, indem ich mit der Mannschaft, meinen Teamkollegen und der Taktik gespielt habe.“
Die Spielminuten haben Banks auch das Selbstvertrauen gegeben, dass seine Mannschaft im Abstiegskampf bestehen kann. „Ich denke, wir als Mannschaft sehen diesen Stress nicht, weil wir wissen, wozu wir fähig sind, und wenn wir gut spielen, werden wir die Punkte holen“, sagte Banks. „In der Bundesliga ist es nicht einfach, Punkte zu holen. Das sieht man bei jeder Mannschaft. Auch die großen Teams haben Probleme und kämpfen. Jedes Spiel ist ein Kampf, und wir werden kämpfen, um so viele Punkte wie möglich zu holen, damit wir am Ende der Saison auf einem guten Tabellenplatz stehen. Das ist im Grunde genommen alles.“
Vertraglich gebunden ist Banks an Augsburg noch bis 2029, also langfristig. Und wie sieht er seine Zukunft? „Das ist schwer zu sagen. Um ehrlich zu sein, spiele ich sehr gerne in der Bundesliga. Aber es gibt viele gute Ligen. Die Premier League ist großartig, die Serie A ist großartig. Auch LaLiga ist eine großartige Liga. Der Verein, den ich als Kind verehrt habe, ist Barcelona. Das ist mein Lieblingsverein, und es wäre ein Traum von mir, für ihn zu spielen. Aber mal sehen, was passiert.“



