Otto Pfister wird 88: Der unstillbare Wanderlust eines Trainer-Weltenbummlers
Der gebürtige Kölner Otto Pfister feiert seinen 88. Geburtstag. Der legendäre Trainer arbeitete in 23 Ländern und betreute zwölf Nationalteams – darunter Stars wie Samuel Eto'o und Emmanuel Adebayor. Ein Rückblick auf ein außergewöhnliches Leben.
Otto Pfister hat sich in über fünfeinhalb Jahrzehnten als Trainer eine beeindruckende Sammlung aufgebaut – allerdings nicht von Briefmarken, sondern von Einsätzen rund um den Globus. Am kommenden Montag wird die Legende 88 Jahre alt und blickt auf eine Karriere zurück, die ihn von der Schweiz über Afrika bis nach Asien und in den Nahen Osten führte.
Die Leidenschaft für die Ferne war bereits in jungen Jahren geweckt: Karl-May-Romane und exotische Abenteuergeschichten ließen Pfister träumen. Nach einem Praktikum im Auswärtigen Amt kam der entscheidende Kontakt zustande – 1972 übernahm er sein erstes Nationalteam in Ruanda. Was folgte, war eine beispiellose Reise durch die Kontinente: Burkina Faso, Senegal, Elfenbeinküste, Ägypten, Libanon, Sudan, Saudi-Arabien und viele mehr. Mit Togo erreichte er sogar die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland – eines seiner großen Highlights.
Pfisters Erfolgsgeheimnis war weniger dogmatischer Fußball als vielmehr kulturelle Demut. Statt deutsche Trainingsmethoden stur durchzusetzen, passte er sich an lokale Gegebenheiten an und fungierte als Brückenbauer zwischen verschiedenen Stämmen, Religionen und Kulturen. Mit großen Namen wie Eto'o, Adebayor und Abédi Pelé feierte er Triumphe auf Klub- und Nationalmannschaftsebene. Heute, im Ruhestand, räumt Pfister ein: Das Fußball-Virus hat ihn nie ganz losgelassen. Sollte etwas Spannendes kommen, würde er nicht Nein sagen.