Ungleichbehandlung in Premier League?

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Der FC Chelsea ist mit seinen Transfervergehen aus der Vergangenheit glimpflich davongekommen. Eine Geldstrafe von gut 11 Millionen Euro gab’s für die Blues, einem Punktabzug entging das Team von der Stamford Bridge jedoch. Everton-Trainer David Moyes hatte deswegen kürzlich schon eine Ungleichbehandlungen der Londoner im Vergleich etwa zu seinem Klub in den Raum gestellt. Nun scheinen sich nicht nur die Liverpooler mit einer formalen Beschwerde an die Premier League zu beschäftigen. Auch Nottingham Forest soll Berichten zufolge rechtliche Schritte in Erwägung ziehen.
Sowohl Everton als auch Nottingham wurden wegen Verstößen gegen Finanzregeln einst mit Punktabzügen belegt – anders als Chelsea. Dass die Londoner nur eine Geldstrafe auferlegt bekamen und eine einjährige Transfersperre für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, wurde damit begründet, dass Chelsea selbst die Vergehen aus den Jahren 2010 bis 2018 meldete. Bei den für andere Regelverstöße weitaus schwererer getroffenen Everton und Nottingham regt sich offenbar dennoch Unmut gegen Chelseas Strafe.

Am Mittwoch hatte bereits die Zeitung „The Guardian“ berichtet, Everton bereite ein Schreiben an die Premier League vor, in dem eine formelle Erklärung gefordert wird, warum sportliche Sanktionen gegen Chelsea ausblieben. Auch rechtliche Schritte werden demnach geprüft. Am Donnerstag meldete „The Athletic“, dass Forest eine formelle Beschwerde erwägt.
Nottingham waren im März 2024 vier Punkte in der Premier League wegen eines Verstoßes gegen die Gewinn- und Nachhaltigkeitsregeln (PSR) abgezogen worden. Forest kämpfte damals ohnehin schon gegen den Abstieg. Als Tabellen-17. blieb Forest am Ende der Saison 2023/24 dennoch im Oberhaus. Everton wurde in der gleichen Spielzeit 15., obwohl den Toffees wegen Financial-Fairplay-Vergehen sogar acht Punkte abgezogen worden waren.

„Wir müssen verstehen, wo ist der Unterschied zu uns? Was wäre Ihnen lieber, eine Geldstrafe von 10 Millionen Pfund oder ein Abzug von zehn Punkten?“ hatte Everton-Coach Moyes kürzlich gegenüber Pressevertretern gefragt. „Das Geld, das sie (Chelsea) jetzt für Ihren Tabellenplatz bekommen, könnte das vielleicht decken. Es wäre gut, wenn wir eine genauere Erklärung bekämen.“ Chelsea hatte unter dem früheren Klubbesitzer Roman Abramovic in großem Stil verdeckte Zahlungen in Höhe von mehr als 47 Millionen Pfund an nicht registrierte Spielervermittler gezahlt und damit etwa Transfers von Eden Hazard oder André Schürrle in die Wege geleitet (zu den Hintergründen).



