Werder Bremen hält an Fritz fest, macht aber Druck – Thioune kündigt Umbruch an

Werder Bremen hält an Fritz fest, macht aber Druck – Thioune kündigt Umbruch an

„Fehler in sportlicher Planung“ 

Werder Bremen hält an Fritz fest, macht aber Druck – Thioune kündigt Umbruch an

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Clemens Fritz bleibt auch nach einer enttäuschenden Bundesliga-Saison weiter Sportchef von Werder Bremen. Im Anschluss an die lange geplante Saisonanalyse sprach sich der Aufsichtsrat der Profifußball-Gesellschaft Werder Bremen GmbH & Co. KGaA mit 9:0 Stimmen für eine weitere Zusammenarbeit mit dem 45 Jahre alten Ex-Profi aus.

„Clemens hat während einer großen Krise Managementqualitäten bewiesen und bereits während der Saison Maßnahmen umgesetzt, um Prozesse und Abstimmungen deutlich zu verbessern“, hieß es in einer Stellungnahme des Kontrollgremiums. „Werder Bremen wird den Weg, junge, entwicklungsfähige Spieler in die Bundesliga-Mannschaft zu integrieren, Werte zu schaffen und den Verein zu entwickeln, konsequent weitergehen. Hier wurden mit den Verpflichtungen von Kenny Quetant sowie den Top-Talenten Karlo Simic und Darwin Soylu weitere wegweisende Schritte unternommen.“ Seit Fritz’ Beförderung zum Sportchef im Sommer 2024 hat sich der Kaderwert der Grün-Weißen um 47 Prozent auf 176 Millionen Euro gesteigert.

Die Aufsichtsräte formulierten aber auch klar: „Es wurden Fehler in der sportlichen Planung und Umsetzung gemacht, zudem gab es in Teilen Fehleinschätzungen bei der Transferpolitik. Auch der gewünschte Effekt des Trainerwechsels im Sommer zu Horst Steffen ist leider nicht eingetreten.“ Man erwarte deshalb in der nächsten Saison „eine stabile Entwicklung, Konstanz und offensive Durchschlagskraft.“ Steffens Nachfolger Daniel Thioune holte bislang im Schnitt 0,93 Punkte aus 14 Partien, unter Steffen waren es durchschnittlich 0,9 Zähler (21 Spiele).

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Millioneneinnahmen bei Werder Bremen als Ziel

Als Tabellen-15. mit nur 32 Punkten entging Werder in der abgelaufenen Saison nur knapp der Abstiegsrelegation. In die Kritik geriet Fritz vor allem wegen seiner Kaderplanung im vergangenen Sommer und seiner Fehleinschätzung zur Leihregelung. Der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Mittelstürmer Victor Boniface erwies sich als Transferflop und Samuel Mbangula konnte seine Ablöse von 10 Mio. Euro noch nicht rechtfertigen. Hinzu kamen viele weitere Leihen, die nur teilweise aufgingen.

Aktuell arbeitet der Sportchef vor allem an Transfereinnahmen, die den Bremern seit Jahren fehlen. Torwart Mio Backhaus wurde am Samstag für 12 Mio. Euro an den SC Freiburg verkauft. „Der Transfer von Mio Backhaus zeigt, dass Werder in der Lage ist, Spieler auf allerhöchstem Niveau auszubilden, Werte zu schaffen und notwendige Transfererlöse für die wirtschaftliche Stabilität unseres Vereins zu generieren“, hieß es in einem Statement von Werder dazu. Jens Stage, der zur TSG Hoffenheim möchte, und Karim Coulibaly könnten Werder ebenfalls noch hohe Einnahmen bescheren. Mit 22 Mio. Euro ist Letztgenannter wertvollster Profi im Kader, Stage wird auf 14 Mio. Euro taxiert.

Thioune kündigt „größeren Umbruch“ bei Werder Bremen an

Über die Mannschaft der kommenden Saison sprach auch Trainer Thioune, der sich darüber bereits mit dem neuen Kaderplaner Markus Pilawa ausgetauscht hat. „Ich habe ihm die Spielidee präsentiert und aufgezeigt, welche Profile wir brauchen. Es wird einen größeren Umbruch geben. Kontinuität ist gut, aber manchmal sind Veränderungen einfach notwendig“, sagte der 51-Jährige im Interview mit der „Bild“. Wie viele Transfers es geben werde, könne er „jetzt noch nicht abschätzen. Die Zahl der Leihspieler war hoch. Bei einigen sind wir noch in Gesprächen. Fest steht, dass wir uns auf einigen Positionen verändern werden“. Insgesamt sieben Spieler hatte Werder 2025/26 ausgeliehen.

Die Neuzugänge müssen körperlich robust sein, betonte Thioune. „Es geht vor allem auch um Verlässlichkeit. Wir hatten große Verletzungssorgen, viele Spieler waren immer wieder raus.“ Diese Probleme sollen in Zukunft vermieden werden, auch mit weiteren Umstellungen in der Regenerationsphase.

Über die eigene Zukunft im Klub macht sich Thioune wenig Gedanken. Sein Arbeitspapier verlängerte sich durch den Klassenerhalt um ein Jahr bis 2027. „Bei meiner Freistellung in Düsseldorf lief mein Vertrag noch zweieinhalb Jahre. Der wäre spätestens durch den Abstieg nicht mehr gültig gewesen. Daher plane ich meine Zukunft nicht. Ich tue alles dafür, möglichst lange an einem Ort zu bleiben.“

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