Strafe zur Bewährung ausgesetzt

©IMAGO
Der FC Chelsea darf im kommenden Sommer neue Spieler verpflichten und für die erste Mannschaft registrieren. Dass das so ist, ist ein Glücksfall für die Londoner, denn eigentlich lasteten auf dem Klub Vorwürfe, die eine Transfersperre der Premier League nach sich ziehen würden. Wegen eines Schuldeingeständnisses der Blues wurde das Registrierungsverbot jedoch zur Bewährung ausgesetzt. Worum es in dem Fall geht, wurde in einem Dokument des Ligaverbands öffentlich gemacht. Thema sind etwa auch die früheren Transfers von André Schürrle und Eden Hazard.
„Der Chelsea Football Club freut sich zu bestätigen, dass eine Einigung mit der Premier League in Bezug auf historische regulatorische Angelegenheiten erzielt wurde, die vom Verein im Jahr 2022 selbst gemeldet wurden“, hatte der Klub am Montag in einem Statement mitgeteilt. Die Blues hätten „freiwillig und proaktiv“ die Regelverstöße offengelegt, die über ein Jahr zurücklägen. Damals war der Klub noch in Besitz von Roman Abramovich. Durch das Entgegenkommen fiel die Strafe für Chelsea nicht noch schlimmer aus. Es gibt keinen Punktabzug, dafür eine Geldstrafe von mehr als 11 Millionen Euro. Die verhängte Transfersperre gilt für die nächsten beiden Wechselperioden, wurde aber für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
Chelsea-Transfers von mehreren Spielern um Schürrle und Hazard unter der Lupe
Das Vergehen der Londoner waren verdeckte Zahlungen Chelseas vorrangig an nicht registrierte Vermittler für Transfers zwischen 2010 und 2018. Der Klub leistete mehr als 30 Einzelzahlungen über mehr als 47 Millionen Pfund an zwölf Personen oder Unternehmen. Zweck der Zahlungen waren Spielerverpflichtungen oder der Erwerb von Transferoptionen, ohne dass die Transaktionen auf den Konten des Klubs nachvollzogen werden konnten. Abgewickelt wurden sie hauptsächlich über Konten von Drittparteien auf den Britischen Jungferninseln. Im Dokument der Premier League ist von vorsätzlicher Täuschung und Verschleierung die Rede.

23 Millionen Pfund wurden etwa an sieben nicht registrierte Agenten gezahlt im Zuge der Transfers von Nemanja Matic (2014 für 25 Mio. Euro von Benfica), Schürrle (2013 für 22 Mio. Euro von Bayer Leverkusen), Hazard (2012 für 35 Mio. Euro von Lille), David Luiz (2011 für 25 Mio. Euro von Benfica) und Ramires (2010 für 22 Mio. Euro von Benfica).
Auch Zahlungen über 19,3 Millionen Pfund für die Transfers von Samuel Eto’o und Willian, die 2013 aus Russland zu Chelsea kamen, wurden demnach in den Büchern der Klubs verheimlicht. 1,37 Millionen Pfund, die an den damaligen Direktor Frank Arnesen, den Scout und Berater Piet de Visser und eine weitere nicht namentlich genannte Person gingen, wurden als Gehalt deklariert. Weitere 3,8 Millionen Pfund entfallen auf einen geschwärzten Spielertransfer. Ein Grund für die Unkenntlichmachung des Namens ist nicht ersichtlich.
FA ermittelt noch gegen Chelsea
Was Chelsea bleibt, ist eine hohe Geldstrafe. Zudem dürfen für einen Zeitraum von neun Monaten keine Nachwuchsspieler verpflichtet werden, was in Zusammenhang mit separaten Anklagen wegen unerlaubten Kontakts zur Registrierung von Nachwuchsspielern zwischen 2019 und 2022 steht. Durch die proaktive Prüfung und Kooperation des Eigentümer-Konsortiums „BlueCo“ bleibt eine tatsächliche Transfersperre des Profiteams aus, es sei denn, innerhalb von zwei Jahren macht sich Chelsea eines weiteren vergleichbaren Vergehens schuldig. Laut „BBC“ muss sich der Klub zudem noch einer Anhörung des englischen Verbands FA stellen, der 74 Anklagepunkte erhebt. Erwartet wird eine weitere hohe Geldstrafe. Von der UEFA hatte Chelsea bereits eine Geldstrafe von 10 Millionen Euro aufgebrummt bekommen.



