Kolumbianischer Polizeihubschrauber über Kokaplantage (Bild aus 2020)
Foto: Ivan Valencia / AP / dpa
Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.
War die Zusammenfassung hilfreich?
Danke für Ihr Feedback!
Es ist der nächste Schlag gegen eine der bekannteren Drogenbanden in Süd- und Mittelamerika: Die kolumbianische Polizei hat einen laut ihren Angaben führenden Drogenhändler der berüchtigten kriminellen Organisation Tren de Aragua festgenommen. Jorge Luis Páez Cordero ist bekannt unter dem Alias »Cucaracho».
Er werde beschuldigt, den Versand von Tonnen von Kokain aus Kolumbien und Venezuela nach Mittelamerika in die Vereinigten Staaten und nach Europa koordiniert zu haben, teilte Polizeichef General William Oswaldo Rincón Zambrano mit. Zudem soll er in der Karibikregion Erpressungen und Entführungen gesteuert sowie Geldwäsche organisiert haben.
»Cucaracho» gilt nach Angaben der Polizei als rechte Hand von »Niño Guerrero«, der als Anführer des kriminellen Netzwerks gilt. Auf einem von den Ermittlern veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Beamte einer Spezialeinheit Corderos Luxusanwesen in Santa Marta im Norden Kolumbiens betreten und den Verdächtigen im Schlafzimmer überraschen, während er schläft.
Gegen ihn lag demnach eine internationale Fahndungsnotiz der Polizeiorganisation Interpol vor. Bei dem Zugriff beschlagnahmten die Beamten vier Mobiltelefone und ein Tablet, die nun ausgewertet werden.
Der aus Venezuela stammende Tren de Aragua gilt als eines der einflussreichsten kriminellen Netzwerke der Region und wird mit Drogenhandel, Entführungen und Schutzgelderpressung in Verbindung gebracht. Laut der auf organisierte Kriminalität spezialisierten Plattform »Insight Crime« handelt es sich eher um ein loses Netzwerk verschiedener Gangs als um einen straff geführten internationalen Drogenring.
Schon im Wahlkampf 2024 hatte Donald Trump einen erheblichen Fokus auf die Gruppe gelegt. Immer wieder kam er in seinen Auftritten auf die angeblichen Gräueltaten der Bande auch in den USA zu sprechen.
Im Februar 2025 gingen die USA dann noch einen Schritt weiter und stuften Tren de Aragua als ausländische Terrororganisation ein. Trump erklärte damals: Tren de Aragua sei ein »krimineller Staat«, der gerade eine »Invasion« der USA unternehme – die abenteuerliche Rechtfertigung für den Einsatz des »Alien Enemies Act«: Trump müsse die Nation gegen diese »gefährliche Bedrohung« von außen verteidigen.
Die Einstufung wurde unter anderem als Rechtfertigung für Abschiebungen nach El Salvador und Luftschläge gegen angebliche Drogenboote in der Karibik herangezogen. Dabei ist der konkrete Einfluss von Tren de Aragua in den USA umstritten.
Die Festnahme in Kolumbien erfolgte nur kurz nach einer schweren Eskalation der Drogengewalt in Mexiko. Bei einem Militäreinsatz am Sonntag gegen den Chef des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación, Nemesio Oseguera Cervantes alias »El Mencho«, kamen mindestens 74 Menschen bei Gefechten und anschließenden Ausschreitungen ums Leben (mehr dazu hier).
Der Kartellboss wurde ebenfalls tödlich verletzt. Mutmaßliche Kartellmitglieder errichteten Straßensperren, zündeten Fahrzeuge an und griffen Geschäfte an. Inzwischen gibt es sogar Sorgen um die Sicherheit bei der Fußball-WM, die ab Juni unter anderem in Mexiko ausgetragen werden soll.
Wie Drogenkartelle Mexiko terrorisieren – und jetzt die Fußball-WM gefährden: Einer der mächtigsten Drogenbosse Mexikos ist tot. Für Präsidentin Sheinbaum ist der Schlag gegen »El Mencho« ein Triumph. Von Dauer ist der Erfolg aber nur, wenn sie den Kampf gegen die Mafia in den eigenen Reihen gewinnt. Mehr dazu hier .
Parteitag in Ulm: Klammert die SPD-Spitze das Thema Migration aus? Foto: Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Die...
Neuigkeiten vom Planeten TrumpEr ist selbstverständlich immer noch der allertollste US-Präsident aller Zeiten und hat schon immer alles richtig gemacht. Was Donald Trump in der vergangenen Nacht in seiner rund 107 Minuten währenden Rede zur Lage der Nation gesagt hat,...
»Schwarze Menschen sind keine Affen«: Der demokratische Abgeordnete Al Green hielt bei der Jahresansprache des US-Präsidenten ein Schild mit diesen Worten hoch. Es war nicht das erste Mal, dass er die große Bühne zum Protest nutzte. 25.02.2026, 04.33 Uhr Al Green mit...