Iran-Krieg: Trump fordert Kriegsschiffe anderer Staaten in Straße von Hormus
Start einer EA-18G vom Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“. Der Träger ist in den Gewässern vor dem Iran im Einsatz. Das Foto wurde vom US-Militär am 7. März zur Verfügung gestellt. Foto: AFP
New York. US-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe vieler Länder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt – ohne konkret zu werden. „Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten“, schrieb er auf der Plattform Truth Social
Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass „hoffentlich“ China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden.
Großbritannien prüft unterdessen nach Angaben von Energieminister Ed Miliband einen Beitrag zur Sicherung der Meerenge. Auf die Frage, ob Großbritannien erwäge, Minensuchboote oder Seedrohnen in die strategisch wichtige Wasserstraße zu entsenden, um den Schiffsverkehr zu sichern, sagte Miliband dem Sender Sky
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt. Die französische Marine verlegt etwa zwölf Schiffe, einschließlich ihres Flugzeugträgerverbandes, ins Mittelmeer, ins Rote Meer und möglicherweise in die Straße von Hormus. Regierungsvertretern zufolge hat Frankreich sich mit europäischen, asiatischen und arabischen Staaten beraten, um einen Plan für den Geleitschutz von Tankern zu erstellen.
Trump droht mit Angriffen auf Insel Charg
Trump drohte derweil in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde.
Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Charg „vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß“. Trump versprach auf Truth Social
In einem weiteren Post schrieb er, die Länder, die Öl durch die Straße von Hormus beziehen, müssten sie sichern.
Iran spottet über Trumps „Bitten um Verstärkung“
Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: „Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung“, schrieb er mit Blick auf Trumps Post.
Weiter schrieb der iranische Kommandeur: „Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht“. Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: „Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus“. Der Iran rufe „seine brüderlichen Nachbarn dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist.“
Emirate erneut unter Beschuss
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete derweil am frühen Morgen auf der Plattform X, dass die Luftabwehr erneut dabei sei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen. Zuvor war es bereits zu Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen.
Der Berater des Präsidenten der Emirate, Anwar Gargasch, erklärte in der Nacht, sein Land habe das Recht, sich gegen die „terroristische Aggression“ zu verteidigen. Zugleich fügte er jedoch hinzu, man wolle weiterhin Vernunft und Zurückhaltung walten lassen. Die Emirate übten Zurückhaltung und suchten zugleich nach einem Ausweg aus der Krise für den Iran und die ganze Region.
Der Iran dementierte den Angriff auf Saudi-Arabien nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Dieser stehe in keinem Zusammenhang mit der Islamischen Republik. „Die saudische Regierung sollte sich bemühen, die Herkunft der Angriffe aufzudecken“, hieß es.
Die US-Botschaft im Irak rief derweil US-Bürger auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgt, nachdem zuvor ein Flugabwehrsystem an der Botschaft Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbündete Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht. „US-Bürger sollten den Irak jetzt verlassen“, heißt es in der Warnung der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.
Ölverladung in Emiraten offenbar wieder aufgenommen
Nach einem Drohnenangriff und einem Brand am Samstag ist die Ölverladung im Emirat Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten Branchenkreisen zufolge wieder aufgenommen worden.
Fudschaira liegt außerhalb der Straße von Hormus und ist ein wichtiger Betankungshafen sowie ein Rohölexportterminal. Über das Emirat wird täglich etwa eine Million Barrel Murban-Rohöl aus den VAE exportiert. Dies entspricht etwa einem Prozent der weltweiten Nachfrage.
Der staatliche Ölkonzern ADNOC aus Abu Dhabi, der in dem Emirat tätig ist, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Wiederaufnahme der Ölverladung in dem Emirat berichtet.
Trump zu Abkommen mit Iran nicht bereit
US-Präsident Trump ist derweil nach eigenen Worten noch nicht bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran. „Der Iran will ein Abkommen schließen, und ich will es nicht schließen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind“, zitierte ihn der Sender NBC News.
US-Präsident Donald Trump: Bedingungen für Iran-Abkommen derzeit nicht erfüllt. Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Auf die Frage, wie die Bedingungen für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges aussehen müssten, habe Trump am Telefon erwidert: „Das möchte ich Ihnen nicht sagen.“ Trump habe aber bestätigt, dass eine Verpflichtung des Irans, jegliche nukleare Ambitionen aufzugeben, Teil der Bedingungen für ein Abkommen mit dem Iran sein würde. Öffentlich haben sich ranghohe iranische Vertreter nicht dazu geäußert, bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu sein.
Israel meldet erneuten Beschuss aus dem Iran
Derweil feuerte der Iran in der Nacht erneut Raketen auf den Erzfeind Israel ab. Nach Angaben des israelischen Militärs kam es im Zentrum des jüdischen Staates zu einem Einschlag. Möglicherweise handele es sich um herabgefallene Trümmerteile infolge des Abfangens eines Geschosses, berichtete die „Times of Israel“. Zwei Menschen seien laut Rettungsdienst leicht verletzt worden.
Zerstörung in einem südlichen Vorort von Beirut nach einem israelischen Angriff am 14. März: Weitere Attacken auf die Hisbollah geplant. Foto: AFP
Auch Israels Armee meldete Angriffe auf den Iran. Israel startet neue Angriffswelle im Westen des Irans. Unterdessen gehen Israels Bodentruppen zudem im Südlibanon weiter gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz vor. Dutzende Milizionäre seien getötet worden, teilte die Armee mit. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Das Nordkommando setze Vorbereitungen fort, kommende Woche weitere Truppen aufzunehmen.
Der israelische Außenminister Gideon Saar weist Medienberichte zurück, wonach die Regierung direkte Gespräche mit dem Libanon plane und die USA über einen zur Neige gehenden Bestand an Abfangraketen informiert habe.
Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.
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