Iran: Wird das jetzt doch unser Krieg?

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Berlin – Müssen deutsche Kriegsschiffe bald die Straße von Hormus sichern? Nach iranischen Angriffen auf die wichtige Öl-Route fordert US-Präsident Donald Trump (79) andere Staaten zur Unterstützung auf und macht klar: Wer Öl will, muss dem US-Militär helfen! Die Bundesregierung stellt sich dem bisher entschieden entgegen: „Das ist nicht unser Krieg“, sagte Kanzler Friedrich Merz am Freitag bei einem offiziellen Besuch in Norwegen. Doch der Druck steigt.

„Die Länder der Welt, die Öl über die Straße von Hormus beziehen, müssen sich um diese Passage kümmern, ‌und wir werden helfen – SEHR!“, schrieb Trump am Samstag auf seiner Plattform Truth Social. Deutschland nannte der US-Präsident zwar nicht namentlich, doch auch die Bundesrepublik ist direkt von der Blockade betroffen – Stichwort Spritpreis. Eine BILD-Anfrage, ob Trump hinter den Kulissen explizit deutsche Hilfe angefordert hat und ob Unterstützung geplant ist, wollte das Kanzleramt nicht beantworten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) schloss eine Bundeswehr-Beteiligung am Freitag aus.

Kiesewetter: Regierung prüft Beteiligung

Anders klingen die Aussagen von CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter (62): „Die Bundesregierung ist sich in der völkerrechtlichen Bewertung einer möglichen deutschen Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus nicht einig“, sagte er dem „Spiegel“. Der neu gegründete Nationale Sicherheitsrat könnte deshalb einen Vorschlag erarbeiten, der dann dem Kabinett und dem Bundestag vorgelegt wird.

Denn klar ist: Einerseits drängt der europäische Schutzpatron USA immer drastischer auf ein Eingreifen. Zum anderen wächst der innenpolitische Druck: Viele Deutsche leiden unter den explodierenden Benzinpreisen. Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, zu BILD: „Wenn die Straße von Hormus freigegeben würde, würde der Ölpreis vermutlich deutlich fallen.“

Wie könnte Deutschland eingreifen?

Laut Marineexperte Dr. Sebastian Bruns kommt die Debatte für die Bundeswehr zur Unzeit: „Wir haben die kleinste Marine seit 1955 und einfach nicht die Kriegsschiffe, die für solche Operationen benötigt werden.“ Die F125-Schiffe sind überhaupt nicht für hochintensive Gefechte ausgelegt und das einzige derzeit eingesetzte Schiff der Sachsen-Klasse ist im Nordatlantik gebunden. Bruns: „Wir haben zu viele Hotspots für zu wenig Schiffe.“

Die F125-Klasse der Marine ist nicht für hochintensive Gefechte gerüstet

Die F125-Klasse der Marine ist nicht für hochintensive Gefechte gerüstet

Wenn überhaupt könnte die Bundeswehr bei der Aufklärung helfen: „Der Seefernaufklärer Poseidon oder Drohnen kommen hier in Frage. Wir würden dann Stabspersonal schicken, das die Bilder auswertet.“ Auch die Entsendung von deutschen Minensuchern sei am Ende des Konflikts denkbar. U-Boote spielen laut Bruns dagegen in der engen Straße von Hormus keine herausragende Rolle – die Bundeswehr habe aber ohnehin nicht genügend im Bestand.

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